Tag der Warnung 2018 in Düsseldorf: So warnt die Feuerwehr auf Facebook und Twitter

Tag der Warnung 2018 in Düsseldorf : So warnt die Feuerwehr auf Facebook und Twitter

Wenn am Donnerstag die Sirenen getestet werden, sitzen zwei Feuerwehrleute am Computer und beobachten die sozialen Netzwerke. Facebook und Twitter sind wichtige Warninstrumente für die Retter geworden.

Um 10 Uhr schrillen am Donnerstag in ganz Nordrhein-Westfalen die Sirenen. Damit will die Feuerwehr die Technik testen und die Bevölkerung für die Warnsignale sensibilisieren. Parallel wird die Warn-App NINA getestet. Besonders wichtig für die Feuerwehr ist aber nicht nur der Test selbst, sondern die Stunde danach. Zwei Mann werden Facebook und Twitter beobachten, denn auf diesen Kanälen werden sich viele Düsseldorfer an die Feuerwehr wenden, um Beschallungslücken zu melden. Vor allem der umgekehrte Weg ist für die Feuerwehr inzwischen aber auch extrem wichtig: Sie warnt über die sozialen Netzwerke in Gefahrenlagen wie beispielsweise bei Großbränden oder Bombenentschärfungen.

In welchen Netzwerken ist die Düsseldorfer Feuerwehr aktiv? Seit 2011 posten die Feuerwehrleute auf der Facebookseite Feuerwehr Düsseldorf. Über 30.000 Nutzer haben hier auf „Gefällt mir“ geklickt und bekommen so die Nachrichten der Feuerwehr in die Timeline. Aut Twitter ist sie unter @BFDuesseldorf zu finden, dort hat sie etwas über 5700 Follower. 1900 Mal haben die Feuerwehrleute dort schon etwas getwittert. Auf Instagram habe man sich schon den Nutzernamen gesichert, sei dort aber bisher noch nicht aktiv, verrät Feuerwehrsprecher Christopher Schuster.

Warum engagiert sich die Feuerwehr auf Facebook und Twitter? „Wir haben recht früh festgestellt, dass es ohne nicht mehr geht“, sagt Sprecher Schuster. „und damit auch aufs richtige Pferd gesetzt.“ Für die Feuerwehr seien die sozialen Netzwerke ein wichtiger zusätzlicher Kanal für Warnungen. „Aber natürlich werden wir weiterhin Sirenen oder Radiosender nutzen, um auch Menschen zu erreichen, die solche Netzwerke nicht nutzen.

Worin liegt der Vorteil? Während die Sirene nur auf eine Bedrohung pauschal aufmerksam machen kann, ohne dass die Bevölkerung Details erfährt, können die Feuerwehrleute über Facebook und Twitter mit Text, Bild oder beispielsweise einer Karte sehr genau und schnell informieren. Zudem haben soziale Netzwerke einen Rückkanal. Die Nutzer können helfen, die Warnungen zu verbreiten und Fragen stellen.

Wie sieht die Social-Media-Strategie der Feuerwehr aus? „Unser Grundsatz ist: Wir müssen in Friedenszeiten Leute gewinnen, damit unsere Warnungen in der Krise auch ankommen“, sagt der Feuerwehrsprecher. Deshalb informiert die Feuerwehr in täglichen Posts über ihre Arbeit. Mit alltäglichen Geschichten erreiche man meist zwischen 5000 und 10.000 Menschen, so Schuster. In besonderen Lagen dann schon mal bis zu 80.000 Nutzer.

Was müssen die Feuerwehrleute während eines Einsatzes leisten? „In einer Krise reicht es nicht, einfach nur zu posten“, sagt Christopher Schuster. „Wir müssen dranbleiben.“ Man habe festgestellt: Wenn Fragen kämen, müsse die Feuerwehr antworten – sonst tue es jemand anders und verbreite unter Umständen Falschinformationen. Das heißt aber nicht, dass in Großlagen Einsatzkräfte vor dem Computer sitzen bleiben müssen: „Wir bekommen dann Unterstützung von Feuerwehren aus anderen Städten“, erklärt Schuster. „Sie beobachten für uns die sozialen Netzwerke und machen uns auf Informationen oder Fragen aufmerksam.“

Wie reagieren die Nutzer auf die Feuerwehr? Die Resonanz sei zu 98 Prozent positiv, so Schuster. „Überwiegend ist das eine sehr freundliche, angenehme und nette Unterhaltung.“ Gelegentlich gebe es sachliche Kritik. „Wir erklären dann den Hintergrund. Vieles können wir direkt ausräumen.“ Beschimpfungen, Rassismus oder Werbeanzeigen in den Kommentaren würden gelöscht.