Konsequenz aus drei Sprengungen: Sparkasse will Geldautomatenangebot einschränken

Konsequenz aus drei Sprengungen: Sparkasse will Geldautomatenangebot einschränken

Mehrere Täter haben in der Nacht zu Montag einen Geldautomaten an einer Sparkassenfiliale in Lichtenbroich gesprengt. Sie flüchteten samt Beute. Die Polizei prüft Zusammenhänge zu weiteren Taten und sucht Zeugen. Die Sparkasse Düsseldorf wird deshalb nun ihr Angebot an Geldautomaten einschränken.

Um 3.38 Uhr in der Nacht zu Montag wurden mehrere Anwohner in Lichtenbroich, rund um den Matthiaskirchweg in Lichtenbroich, durch einen lauten Knall geweckt: Laut Zeugen sprengten mindestens drei Täter einen Geldautomaten an der Sparkassenfiliale Ecke Matthiaskirchweg/Volkardeyerweg.

Sie erbeuteten Bargeld in bislang unbekannter Höhe und flüchteten in einem dunklen Audi. Die Kriminalpolizei prüft Zusammenhänge zu weiteren Taten und bittet um Zeugenhinweise. Anwohner gaben an, zwei maskierte Personen im Bereich des Geldinstituts am Matthiaskirchweg gesehen zu haben, während ein dritter in einem dunklen Audi gesessen habe, der vor der Filiale geparkt gewesen sei. Die beiden Maskierten seien in den dunklen Audi gesprungen und in Richtung Kreisverkehr und weiter über den Lichtenbroicher Weg geflüchtet.

Durch die Sprengung entstand erheblicher Sachschaden am Geldautomaten und am Gebäude. Eine sofort eingeleitete Großfahndung der Polizei verlief ergebnislos. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Polizei prüft nun, ob diese mit weiteren Geldautomatensprengungen in Düsseldorf seit Ende März dieses Jahres in Zusammenhang stehen.

Stadtsparkasse Düsseldorf will Geldautomaten abbauen

Die Stadtsparkasse Düsseldorf reagiert jetzt auf die vermehrten Sprengungen von Geldausgabeautomaten und will ihr Angebot an Geldautomaten einschränken. "Wir bitten alle Kunden um Verständnis für unsere Maßnahmen, aber die Sorge um das Leben von Menschen lässt uns keine Alternativen", sagt die Vorstandsvorsitzende Karin-Brigitte Göbel.

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Die Täter haben mit großer krimineller Energie in den vergangenen Tagen mehrere Geldausgabeautomaten in Geschäftsstellen der Stadtsparkasse Düsseldorf gesprengt. Betroffen waren die Eissporthalle Benrath, die Geschäftsstelle in Urdenbach an der Kammerathsfeldstraße und nun die Geschäftsstelle in Lichtenbroich am Matthiaskirchweg.

Die Detonationen haben zum Teil einen beträchtlichen Sachschaden verursacht. Glücklicherweise kamen Menschen dabei nicht zu Schaden. Um Kunden und Anwohner weitestgehend zu schützen, hat der Sparkassen-Vorstand beschlossen, die Nutzung der Geldausgabeautomaten in zahlreichen Geschäftsstellen und SB-Zentren komplett einzustellen oder stark einzuschränken.

"In allen betroffenen Standorten gibt es aber Hinweise, welche nächstgelegenen Geldausgabeautomaten in unseren Geschäftsstellen zur Verfügung stehen. Weiterer Geldausgabe-Service besteht zudem bei ausgewählten Einzelhändlern", so Gerd Meyer, Pressesprecher der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Im vergangenen Jahr gab es in ganz Nordrhein-Westfalen 92 Sprengattacken auf Bankautomaten, teils mit hohem Gebäudeschaden. Seit Januar 2018 registrierte die Polizei in Düsseldorf 26 Taten, davon mehr als die Hälfte allein in den vergangenen vier Wochen. Reich werden die Täter damit nicht unbedingt: Sie richten mit den Explosionen zwar enorme Schäden an, gelangen aber nicht immer ans Geld.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Geldautomat in Düsseldorf-Lichtenbroich gesprengt

(aka)
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