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Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf um Polizisten Körperverletzung

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Einsatz war rechtmäßig: Polizist freigesprochen

Ein angetrunkener Bordellbesucher soll Schläge von einem Polizisten erhalten haben. Vor Gericht konnte das allerdings nicht bewiesen werden.

(wuk) Unter bestimmten Umständen dürfen Polizisten im Einsatz eine Körperverletzung begehen – falls ein solches Vorgehen dienstlich gerechtfertigt und auch verhältnismäßig ist. Das hat am Donnerstag das Amtsgericht gegen einen 27-jährigen Polizeibeamten betont und ihn vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen.

Laut Anklage soll er im Juli 2018 einen angetrunkenen Bordellgast, der randalierte, zu Boden gebracht, ihn mit einem Knie im Rücken niedergedrückt, gefesselt – und danach durch einen wuchtigen Stoß in den Rücken noch verletzt haben. Zu Prozessbeginn hatte der Beamte das zurückgewiesen. Er habe den Bordellbesucher gerade fesseln wollen, doch weil der Mann sich dagegen stemmte, habe der Polizist durch einen sogenannten Blendschlag schulmäßig die Körperspannung des Verdächtigen brechen wollen. Gefesselt wurde der Mann erst danach, so der Polizist weiter. Sein Anwalt hatte ein solches Einsatz-Vorgehen als „rechtmäßig und erforderlich“ bezeichnet. Formell sei die Aktion des Beamten zwar eine Körperverletzung gewesen – doch das sei durch den dienstlichen Auftrag gedeckt gewesen und auch verhältnismäßig. Das angebliche Prügel-Opfer konnte dazu nicht gehört werden, da von dem Mann weder Personalien noch Adresse bekannt sind.