Nach Abschiebung Verurteilter Totschläger nach 17 Jahren bei Einreise festgenommen

Düsseldorf · Der Mann war wegen Totschlags zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, dann aber abgeschoben worden. Als er nun versuchte, am Düsseldorfer Flughafen wieder nach Deutschland einzureisen, griff die Bundespolizei zu.

Die Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens.

Die Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Ein wegen Totschlags verurteilter, dann aber abgeschobener Mann aus dem Kosovo hat versucht, am Montagabend am Düsseldorfer Flughafen wieder nach Deutschland einzureisen.

Der 65-Jährige wurde bei Beamten der Bundespolizei am Flughafen zur Einreisekontrolle eines Fluges aus Pristina im Kosovo vorstellig. Dabei wurde festgestellt, dass der Mann zur Fahndung ausgeschrieben war.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte vor fast 17 Jahren einen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den im Juli 1998 zu 14 Jahren Freiheitsstrafe Verurteilten erlassen. Da dieser im Jahr 2007 abgeschoben wurde, verblieb eine Restfreiheitsstrafe von mehr als viereinhalb Jahren. Nach Eröffnung des Haftbefehls durch die Bundespolizei wurde er an die Justizbehörden überstellt.

Ebenfalls im Gefängnis endeten am Wochenende die Reisen von zwei am Flughafen festgenommenen Männern. Zwei weitere zur Fahndung Ausgeschriebene konnten die fälligen Geldstrafen begleichen und weiterreisen.

Zunächst kontrollierten die Beamten am Freitagnachmittag einen Mann, der ebenfalls aus mit einem Flieger aus Pristina in Düsseldorf angekommen war. Hierbei wurde festgestellt, dass nach dem 39-Jährigen seit fast neun Jahren gefahndet wurde. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte im Mai 2015 einen Haftbefehl wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige in zehn Fällen gegen den Mann erlassen.

Im August 2009 wurde er zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Da der Verurteilte nach Abschiebung unerlaubt in das Bundesgebiet einzureisen versuchte, wurde die Restfreiheitsstrafe in Höhe von 1070 Tagen fällig. Er wurde an die Justizbehörden überstellt.

Bei einem Mann, der am Sonntagmorgen mit einem Flieger nach Las Palmas in Spanien reisen wollte, stellten die Bundespolizeibeamten fest, dass er durch die Staatsanwaltschaft Dortmund zur Fahndung ausgeschrieben war. Im Januar dieses Jahres hatte diese einen Haftbefehl wegen leichtfertiger Geldwäsche gegen den im Mai 2022 Verurteilten ausgestellt.

Die Ersatzfreiheitsstrafe in Höhe von 29 Tagen konnte von dem Dortmunder jedoch abgewendet werden, da er die 435 Euro Geldstrafe vor Ort beglich. Danach setzte er seine Reise fort.

Auf dem Weg nach Doha in Katar war am Sonntagnachmittag ein Mann, den die Staatsanwaltschaft Bochum im Oktober des vergangenen Jahres wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zur Fahndung ausgeschrieben hatte. Demnach wurde der 31-Jährige im Dezember 2022 rechtskräftig verurteilt. Doch auch der in Recklinghausen lebende Mann konnte die Ersatzfreiheitsstrafe in Höhe von 40 Tagen abwenden und seine Reise fortsetzen, indem er die Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro beglich.

Zuletzt wurde ebenfalls Sonntagnachmittag ein 35-jähriger Mann im Rahmen der Streifentätigkeit im öffentlichen Bereich des Flughafens Düsseldorf durch die Bundespolizei kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass auch er gesucht wurde. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte im Januar dieses Jahres einen Haftbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen den im Oktober 2022 zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilten Mann erlassen.

Da er sich der Strafvollstreckung entzogen hatte, wurde er zu Fahndung ausgeschrieben. Die Bundespolizisten überstellten den Verurteilten an die Justizbehörden.

(csr)
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