Flughafen Düsseldorf: Tumulte bei Kurden-Demos am Flughafen und Hauptbahnhof

Verletzte in Düsseldorf: Tumulte bei Kurden-Demos am Hauptbahnhof und am Flughafen

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof blockieren etwa 200 kurdische Demonstranten die Gleise. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei ist im Einsatz. Die Demonstranten seien überwiegend Frauen und Kinder. Es kommt zu Verspätungen im Nahverkehr.

Die Rheinbahn teilte mit, dass die Bus-Linien 721, 722, 732, 737, 738, 752, 754, 834 und SB55 den Bahnhof aktuell nicht anfahren können. Die Straßenbahnen werden umgeleitet, wodurch sie bis zu eine Stunde Verspätung haben können. Laut Polizei war auch diese Demonstration - ebenso wie die am Flughafen - nicht angemeldet.

Auch am Flughafen Düsseldorf hatte es zuvor Tumulte und Auseinandersetzungen gegeben. Grund dafür war nach Polizeiangaben eine weitere unangemeldete Demonstration von Kurden. Wie eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, kam es am frühen Sonntagnachmittag zu der unangemeldeten Demonstration mit rund 400 Demonstranten. Sie hatten sich am Flughafen versammelt, um gegen das Vorrücken der türkischen Armee auf die nordsyrische Stadt Afrin zu protestieren. Nach Auskunft der Flughafengesellschaft lief der Flugbetrieb aber weiter.

Laut Bundespolizei war zeitweise eine von drei Bordkartenkontrollen geschlossen. "Auch im Abflugbereich waren Teile des Flughafens gesperrt", sagte die Polizeisprecherin. Bei der Demonstration wurden mehrere Menschen durch Pfefferspray verletzt. Wie schwer, ist noch unklar.

Auf mehreren Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, sieht man, wie die Polizei versucht, die Demonstranten zu trennen. Laut Polizei konnten die Demonstranten am Nachmittag aus dem Gebäude gebracht werden. Die Beamten waren bis zum späten Nachmittag damit beschäftigt, die Personalien der Teilnehmer aufzunehmen.

  • Kurden-Demos in Düsseldorf aufgelöst : Demonstranten attackieren Polizisten - mehrere Verletzte
  • Berlin, Meschede, Itzehoe, Lauffen : Mehrere Brandanschläge auf türkische Gebäude und Moscheen

Nach den Spontandemonstrationen am Bahnhof und Flughafen ist die NRW-Polizei auf mögliche weitere Versammlungen in den kommenden Tagen vorbereitet. "Die Einatzbereitschaft der Polizei ist erhöht", sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Innenministeriums am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern arbeiteten eng zusammen, schätzten die Lage immer wieder aktuell ein und passten ihre Maßnahmen dementsprechend auch an.

Gegen die Militäroffensive in dem kurischen Gebiet in Syrien gab es am Wochenende in verschiedenen deutschen Städten spontane Proteste. Auch in Hamburg kam es zu Zwischenfällen: Gut 400 Menschen zogen am Samstagabend von St. Georg zunächst zum russischen und dann zum türkischen Generalkonsulat, wie ein Polizeisprecher am Sonntag erklärte. Dort warfen Teilnehmer demnach Steine gegen die Fassade, die kleinere Schäden verursachten. Auch in Kiel, Saarbrücken und Kaiserslautern wurde demonstriert. Dort blieb es jedoch friedlich.

Mit Agenturmaterial von dpa.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizeieinsatz bei Kurden-Demo am Flughafen Düsseldorf

(skr / felt)