EVK Düsseldorf übt Massenanfall von Verletzten

Großübung im EVK Düsseldorf : Wenn die Notaufnahme plötzlich voll ist

Nach einer Massenschlägerei kommen 16 Verletztefast gleichzeitig an. Mit diesem Szenario testete die Klinik ihre Abläufe.

Die Belegschaft in der Notaufnahme des Evangelischen Krankenhauses war ahnungslos, als kurz vor 17 Uhr das Fax aus der Leitstelle eintraf: „Massenschlägerei, unklare Anzahl an Verletzten, RTW rollen“. Dann wurde das Team zwar informiert, dass es sich lediglich um ein Übungsszenario handelt, aber am professionellen Ablauf änderte das nichts. Kollegen, die frei hatten, wurden angefordert, die Notaufnahme vorbereitet – und dann kamen auch schon die ersten Verletzten.

15 Auszubildende der Physiotherapie-Schule von gegenüber, von Make-up-Künstlern auf unterschiedlich schwer verletzt zurechtgemacht, wurden mit Rettungswagen (die allerdings vor der Tür geparkt waren) gebracht. Eine Mutter kam mit blutiger Nase und Baby zu Fuß in die Notaufnahme. Während das Team einen Patienten nach dem anderen sichtete und versorgte, gaben die jungen Statisten alles: Gemäß dem Übungsdrehbuch gerieten sie nämlich auch im Wartebereich immer wieder aneinander, waren sie doch schließlich Kontrahenten einer üblen Schlägerei. Dann mogelte sich auch noch ein Fotograf in die Notaufnahme – kurz: wie im echten Leben hatten Ärzte und Pflegepersonal es mit allen Facetten eines sogenannten Massenanfalls an Verletzten zu tun.

Sechs Beobachter waren von der Klinik eingesetzt und im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Übungsleiter Alexander Kleophas wird bei der Nachbesprechung nur ein paar Kleinigkeiten zu verbessern haben, die nicht ganz rund gelaufen sind. „Dank unseres Konzeptes haben aber alle wie ein Uhrwerk funktioniert.“

Das galt übrigens auch nach der eineinhalbstündigen Übung immer noch. Da wurden nämlich nahezu gleichzeitig ein wirklich Schwerverletzte eingeliefert und ein echter Notfall auf einer der Stationen des Krankenhauses ausgelöst.

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