Einbrüche 2018 in Düsseldorf so niedrig wie noch nie

Dunkle Jahreszeit beginnt : Bisher so wenig Einbrüche in Düsseldorf wie nie zuvor

Erstmals liegt die Zahl der Einbrüche in Düsseldorf seit Jahresbeginn deutlich unter 1000, mehr als die Hälfte davon waren gescheiterte Versuche. Trotzdem startet die Polizei am Mittwoch erneut eine Schwerpunktaktion.

Es ist ein historischer Tiefstand. Von Januar bis Ende September wurden in Düsseldorf weniger als 1000 Einbrüche angezeigt, mehr als die Hälfte scheiterte im Versuch. Auf 24 Prozent beziffert Kripochef Frank Kubicki den Rückgang im Vergleich zum selben Zeitraum 2017. Und auch da waren die Zahlen gegenüber dem Vorjahr schon deutlich gesunken.

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Auch wenn Kubicki und das Einbruchskommissariat diese Statistik nicht ohne Stolz vorlegen, sind sie von Euphorie weit entfernt. „Wir hatten auch schon früher gute Ergebnisse im Herbst – und sind dann in den letzten Monaten des Jahres überrollt worden“, sagt Kubicki. Wie 2016. 140 Taten im September, 260 im Oktober und ein paar hundert in den letzten Wochen des Jahres machten damals jeden Anflug von Zufriedenheit zunichte.

Deshalb hört die Polizei auch nicht damit auf, mit Schwerpunktaktionen den Druck auf die Täter hochzuhalten und gleichzeitig die Bürger für das Thema zu sensibilisieren. Am Mittwoch startet eine solche Aktionswoche unter dem Namen „Riegel vor“ landesweit (siehe Info), und sie wird mehrere Säulen haben: Bürgerinformationen zum Thema Haus- und Wohnungssicherung, Kontrollen der Ein- und Ausfallstraßen, Überwachung von polizeibekannten Häusern, die reisenden Tätern als Unterschlupf dienen, verstärkte Streifen in den Wohngebieten.

Das Konzept für die landesweite Kampagne stammt aus Düsseldorf. Kubicki selbst hat, damals noch in anderer Position bei der Kripo, 2012 den ersten dieser Großeinsätze geleitet, die seither immer zum Beginn der Winterzeit stattfinden. Ob sie das Mittel zum nun erreichten Erfolg waren? „Womöglich war es einer von mehreren Faktoren“, sagt Kubicki. Genau wissen aber auch die Experten nicht, warum die Einbrecherbanden, die in den vergangenen Jahren Ende Oktober in die Landeshauptstadt einfielen, nun offenbar einen Bogen nicht nur um Düsseldorf, sondern gleich ums ganze Rheinland machen.

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Die reisenden Banden aus dem ost- und südosteuropäischen Raum dürften nicht zuletzt durch die im Jahr 2016 wieder eingeführten Kontrollen an den süddeutschen Grenzen abgeschreckt werden. Etliche Straftäter wurden dort schon gefasst.

Zudem hat die Polizei in Düsseldorf den Druck auch auf andere Gruppen erhöht, die erwachsenen Intensivtäter nämlich. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, die eigens für diese vielfach Kriminellen einen Sonderdezernenten abgestellt hat, läuft gut. „Auch das ist ein Baustein in der aktuellen Entwicklung“, sagt Kubicki.

Und dann ist da noch Skala. Das „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation“ ist seit Anfang 2017 bei der Düsseldorfer Polizei im Test. Es berechnet anhand von Strukturdaten in Verbindung mit Informationen über aktuelle polizeiliche Erkenntnisse die Wahrscheinlichkeit von Wohnungseinbrüchen für einzelne Wohngebiete in der Stadt. Eine Wirkung, sagt Kubicki vorsichtig, „wird angenommen“. Tatsächlich fällt der Rückgang der Zahlen mit dem Start der Prognose-Software zusammen. Sicher, sagt der Kripochef, sei in jedem Fall, dass Skala ein gutes Mittel für die Einsatzplanung sei.

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