Feuer in Düsseldorf-Hassels Zwei Gebäude nach Kellerbrand unbewohnbar

Update | Düsseldorf · Ein Gebäude in Düsseldorf-Hassels ist nach einem Kellerbrand evakuiert worden. Mindestens 133 Bewohner konnten gerettet werden, sechs wurden ins Krankenhaus gebracht. Ein Mann war aus Panik aus dem Fenster gesprungen. Zwei Gebäude sind zunächst unbewohnbar.

Wohngebäude nach Kellerbrand in Düsseldorf evakuiert​
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Wohngebäude nach Kellerbrand in Düsseldorf evakuiert

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Foto: Christoph Schroeter

Ein Gebäudekomplex in der Potsdamer Straße in Düsseldorf-Hassels ist nach einem Kellerbrand in der Nacht zu Freitag evakuiert worden. Der Brand war um 1.34 Uhr in der Nacht gemeldet worden.

Man habe 133 Menschen unverletzt aus den Häusern gerettet, sagte Simon Janßen, Sprecher der Feuerwehr. Sechs Bewohner seien in Krankenhäuser gebracht, fünf davon mit Rauchgasvergiftungen. Einer der sechs sprang wohl aus Panik aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock und erlitt dabei Verletzungen. Auch er wird derzeit im Krankenhaus medizinisch versorgt.

Die Panik des Mannes kann man nachvollziehen, wenn man sich die Schilderung eines anderen Bewohners aus dem Brandhaus anhört. „Mitten in der Nacht hat es bei mir geklingelt“, sagte er. Er habe die Wohnungstür geöffnet. „Und da habe ich vor lauter Rauch nichts mehr gesehen. Das ganze Treppenhaus war voll, von oben bis unten.“ Er habe die Tür sofort wieder geschlossen. Nach kurzer Überlegung sei er dann mit seiner Frau und dem Kind aus der Wohnung gerannt. „Wir haben uns Tücher vor die Nasen gehalten und sind nach unten gelaufen.“

So steht er am Morgen vor dem Haus. Alle Bewohner haben nur noch das, was sie am Körper tragen. „Das Brandhaus und das linke Nachbargebäude sind derzeit unbewohnbar“, sagt Feuerwehrsprecher Janßen. Die Bewohner des Nachbarhauses könnten unter Polizeibegleitung kurz zurück in ihre Wohnungen, um einige Habseligkeiten herauszuholen. „In das Brandhaus darf aber niemand herein. In den Wohnungen ist alles verrußt.“ Zudem seien in beiden Häusern Strom und Wasser ausgefallen. Etwas besser geht es da den Bewohnern des rechten Nachbargebäudes. „Dort gibt es noch Strom, das Wasser ist aber ausgefallen“, sagt Janßen. Die Bewohner könnten aber in ihren Wohnungen bleiben.

Wie es für die nun zeitweilig obdachlosen Bewohner weitergeht, weiß noch niemand. Eine Mitarbeiterin der LEG, der die Häuser gehören, sammelt die Namen der Betroffenen, trägt sie in eine Liste ein. Wie lange die beiden Gebäude gesperrt bleiben, weiß sie nicht. Die Polizei sei dabei, Spuren zu sichern. Wie es dann weitergehe, sei noch unklar.

Einer der betroffenen Bewohner sagt, er habe zwar Verwandte in der Nähe. „Aber da kann ich mit meiner Familie nicht einfach einziehen.“ Die LEG müsse sich kümmern.

Überhaupt sei er mit der Wohnsituation unzufrieden. „Die Haustür steht 24 Stunden am Tag auf, da kann jeder rein und raus“, sagt er. Im Keller wären oft Leute, die er nicht kennen würde. Als er am Donnerstagabend um 22 Uhr nach Hause gekommen sei, habe er von unten Stimmen gehört. „Ich habe mich aber nicht getraut, da runterzugehen.“

Ein anderer Bewohner des Brandhauses bestätigt das. „Ich wohne schon mehr als 20 Jahre hier. Die Keller sind total vermüllt, viele Türen sind aufgebrochen.“ Er nutze seinen Kellerraum schon lange nicht mehr.

Es sei zunächst ein Brand im Keller gemeldet worden, sagt Janßen. Diesen habe man dann auch recht schnell unter Kontrolle gehabt. „Doch dann ist noch eine zweite Brandstelle entdeckt worden.“ Weil der Keller sehr voll stehe, sei es zu der starken Rauchentwicklung gekommen.

Auf der Rückseite des Gebäudes liegt eine riesige schwarze Röhre, die in einem Kellerschacht verschwindet. „Das ist quasi unser XXL-Entlüfter“, sagt Janßen. Damit werde der Brandrauch aus dem Haus gesogen.

Daneben liegen mehrere Haufen mit Brandschutt. Ein Kinderwagen, Koffer, Packungen mit Christbaumkugeln und vieles mehr. Im Keller sei noch eine Menge mehr davon, sagt Janßen. „Daher bauen die Kollegen hier ein Fließband auf, um die verbrannten Sachen einfacher nach draußen transportieren zu können.“

Die 127 unverletzten Personen wurden erst in Rheinbahnbussen und anschließend in einem DRK-Familienzentrum durch Einsatzkräfte versorgt. Um 13.54 Uhr schließlich konnte die Feuerwehr den Einsatz beenden und die Brandstelle an den Eigentümer übergeben. Der müsse sich nun um die weiteren Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten kümmern, so ein Sprecher der Feuerwehr.

Zur Ermittlung der Brandursache hat die Feuerwehr Düsseldorf die Kriminalpolizei hinzugezogen. Es befanden sich zeitgleich bis zu 100 Kräfte der Feuerwehr Düsseldorf an der Einsatzstelle, unter diesen auch Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr.

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