Düsseldorf: Räuber soll drei Überfälle in fünf Stunden mit Spielzeugpistole begangen haben

Festnahme in Düsseldorf : Drei Überfälle in fünf Stunden mit Spielzeugpistole

Nach einem Kiosküberfall hat die Polizei kurz nach Mitternacht einen Drogenabhängigen festgenommen. Er soll seit Dienstagabend drei Überfälle begangen haben - mit einer Spielzeugpistole.

Der 28-Jährige soll noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Ein Taxifahrer hatte der Polizei den entscheidenden Tipp gegeben und einen Kollegen verfolgt, in dessen Wagen der Verdächtige eingestiegen war.

Der Räuber hatte laut Polizei einen Kiosk an der Graf-Adolf-Straße überfallen, wo er dem Besitzer mit einer Schusswaffe in seinem Hosenbund drohte und den Inhalt der Kasse an sich nahm. Als er danach in ein Taxi stieg, erkannte ein weiterer Taxifahrer die Situation, alarmierte die Polizei und nahm die Verfolgung auf. An der Mintropstraße konnte die Polizei den Verdächtigen dann festnehmen.

Ersten Ermittlungen zufolge könnte der 28-Jährige auch für eine räuberische Erpressung wenige Minuten vor der Tat im Kiosk in Frage kommen. Ein Passant (38) war ganz in der Nähe auf der Graf-Adolf-Straße von einem Fremden angesprochen worden, der ebenfalls behauptete, eine Schusswaffe dabei zu haben und die Geldbörse des Mannes forderte. Der Passant hatte sich dagegen aber so heftig gewehrt, dass der Räuber ohne Beute flüchtete.

Der drogenkranke 28-Jährige ist der Polizei seit längerem wegen Eigentumsdelikten bekannt. Einen festen Wohnsitz hat er seit einiger Zeit nicht mehr, lebt auf der Straße und finanziert seine Sucht offensichtlich durch Straftaten. Tatsächlich hatte er eine Waffe im Hosenbund, allerdings eine echt aussehende Spielzeugpistole, die von der Polizei sichergestellt wurde.

Einige andere Gegenstände, die der Mann bei sich hatte, weisen laut Polizei darauf hin, dass der 28-Jährige schon am frühen Dienstagabend einen Raub im Flughafenterminal begangen hat: Er soll zunächst in der Ankunftsebene vor einem Café geschlafen haben. Plötzlich sei er dann auf den 19-jährigen Mitarbeiter zugegangen, habe sich umgeschaut und dann gefordert: „Kasse öffnen.“ Auch diesem Mann zeigte er die Waffe im Hosenbund, worauf der Angestellte die Kassenlade öffnete, aus der der Täter einige hundert Euro an sich nahm. Im Flughafen war er danach untergetaucht, die Fahndung nach ihm ergebnislos verlaufen.

(sg)
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