Düsseldorf: Polizei sucht nach Vergewaltigung nach weiteren Opfern

Nach Vergewaltigung in Düsseldorf : Drei Verdächtige in U-Haft - Polizei sucht nach weiteren Opfern

Vier mutmaßliche Vergewaltiger sollen junge Frauen in der Düsseldorfer Altstadt angesprochen und in die Falle gelockt haben. Die Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei sucht weitere Betroffene.

Im Fall von gemeinschaftlich begangenen Vergewaltigungen suchen die Kreispolizeibehörde Wesel und die Staatsanwaltschaft Krefeld nun nach möglichen weiteren Opfern. Anfang April hatte die Polizei vier tatverdächtige Männer mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 24 und 29 Jahren nach einer Vergewaltigung in Krefeld festgenommen. Drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft.

Der Fall hat offenbar eine größere Dimension.  Wie Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt mitteilten, sollen die Tatverdächtigen aus Moers, Wesel und Krefeld öfters folgende Masche angewendet haben: Sie haben junge Frauen vor und in Diskotheken der Düsseldorfer Altstadt angesprochen und sie danach in eine Wohnung oder ein Hotelzimmer gelockt haben. Dies hatten sie auf den Namen ihres späteren Opfers gebucht. Dort sollen sich die Täter auf brutale Weise an den Frauen vergangen haben. Meist befanden sich ihre Opfer mehrere Stunden in der Gewalt der Täter, teilweise sind die Taten auch per Handy gefilmt worden. Da noch mehr Frauen als bisher bekannt ist den Männern zum Opfer gefallen sein könnten, appellieren Polizei und Staatsanwaltschaft nun, dass sich mögliche weitere Betroffene bei ihnen melden.

Es war Ende März/ Anfang April, als die Polizei nach einem der Tatverdächtigen gefahndet hatte. Der Ausgangspunkt war eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in der Nacht auf den 20. März. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Männer das Opfer in einer Krefelder Wohnung über Stunden vergewaltigt haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Kleve damals mitteilten, sollen die Männer ihr Opfer über die Vergewaltigung hinaus unter anderem durch Schläge verletzt haben. Das stundenlange Martyrium der Frau spielte sich den Angaben nach in der Wohnung eines 24-jährigen Beschuldigten in Krefeld ab.

Das Opfer selbst hatte direkt nach der Tat keine Anzeige gegen die Männer erstattet. Die Staatsanwaltschaft nahm auf andere „gravierende Hinweise“ hin die Ermittlungen auf und erwirkte Haftbefehle gegen die drei Tatverdächtigen. Erst im Zuge dieser Ermittlungen fand sie heraus, dass das Opfer eine 21-jährige Duisburgerin ist.

„Die Geschädigte ist einvernehmlich mit den Beschuldigten in die Wohnung gelangt - sie ist also nicht entführt oder gewaltsam dahin verbracht worden“, hatte Oberstaatsanwalt Günter Neifer im April gesagt.

In ihrem aktuellen Aufruf sprechen  Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt von mehreren betroffenen Frauen. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um Männer im Alter von 24 und 29 Jahren, die alle einen Migrationshintergrund haben. Ihren Opfern stellten sie sich als „Jamal“, „Sammy“, „Momo“, „Memo“ oder „Bilal“ vor. Ihnen wird gemeinschaftlich begangene Vergewaltigungen in mehreren Fällen vorgeworfen.

Wegen der noch laufenden Ermittlungen sei nicht auszuschließen, dass es darüber hinaus weitere Opfer gibt, heißt es. Die Polizei sucht nun weitere Opfer oder Zeugen, denen ab Mitte 2018 ähnliches passiert ist oder die diese Vorfälle bezeugen können.

Diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02845/3092-1350 zu melden.

(ubg)
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