Flora-Realschule in Düsseldorf-Unterbilk Mann wollte angeblich Sprengsatz an Schule zünden - Wohnung durchsucht

Düsseldorf / Solingen · Ein offenbar psychisch gestörter Mann wollte nach eigenen Angaben einen Sprengsatz an einer Schule in Düsseldorf-Unterbilk zünden. Der 23-jährige Solinger wurde von der Polizei festgenommen, seine Wohnung durchsucht.

 Die Realschule in der Florastraße in Unterbilk.

Die Realschule in der Florastraße in Unterbilk.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)/Bauer, Hans-Jürgen (hjba)

An der Flora-Realschule in Düsseldorf-Unterbilk sind am Mittwochmorgen nicht wie üblich Schülerinnen und Schüler, sondern Polizisten mit Spürhunden erschienen. In der Nacht war ein Mann festgenommen worden, der nach eigenen Angaben einen Sprengsatz an der Schule zünden wollte.

Der Verdächtige, ein 23-Jähriger aus Solingen, hat am frühen Mittwochmorgen am Düsseldorfer Hauptbahnhof Beamte der Bundespolizei angesprochen, um sich nach eigener Aussage selbst anzuzeigen. Er hätte sich mit dem Gedanken getragen, eine größere Sachbeschädigung an der Schule zu begehen. Er soll ihnen gesagt haben, dass er eine Bombe mit sich führe.

Den Sprengsatz wollte er seinen Angaben zufolge an der Realschule in der Floraschule zünden. Angeblich in der Nacht, wenn niemand im Gebäude ist, um nur einen Sachschaden anzurichten.

Als Beamte ihn durchsuchten, stießen sie in seiner Tasche auf verdächtige Gegenstände, die sie veranlassten, einen Bombenexperten hinzuzuziehen. Nach einer Untersuchung durch Spezialisten des LKA stellte sich heraus, dass von den in der Tasche befindlichen Gegenständen „keine Gefahr für Dritte ausgegangen“ sei, sagte ein Sprecher der Polizei. Genaue Analysen hierzu stünden noch aus. Während der Untersuchung kam es zu kurzfristigen Sperrmaßnahmen am Bahnhof. Der Mann wurde in die Obhut der Düsseldorfer Polizei übergeben.

Nach den Äußerungen des psychisch auffälligen Mannes hatte sich die Polizei entschlossen, noch vor Schulbeginn das Gebäude mit Spürhunden zu durchsuchen. Dabei sei aber nichts Gefährliches entdeckt worden. Auch habe man die Wohnung des Verdächtigen in Solingen durchsucht. „Doch auch da haben wir nichts entdecken können, was auf einen Anschlag hingedeutet hätte“, sagte der Polizeisprecher.

Gleichzeitig trat die Polizei ausdrücklich zwischenzeitlich aufgekommenen Gerüchten unter Nachbarn des Mannes entgegen, bei der Durchsuchung der Wohnung seien Waffen zum Vorschein gekommen. „Das ist nicht der Fall“, sagte der Polizeisprecher am Mittwochnachmittag auf Anfrage.

Die Wohnung des Mannes selbst liegt in einem aus den 1970er Jahren stammenden mehrgeschossigen Gebäude im Solinger Stadtteil Wald. Die Wohngegend gilt in der Stadt im Bergischen Land als eher schwach.

Der Mann werde derzeit medizinisch betreut, er habe im weiteren Verlauf selber um psychiatrische Hilfe gebeten. Ärzte müssten nun feststellen, ob bei ihm möglicherweise eine psychische Erkrankung vorliege, hieß es weiter vonseiten der Polizei.

Ein Vater, dessen Tochter die Flora-Schule in Düsseldorf besucht, berichtete derweil, die Eltern seien am Morgen in der Schul-App unterrichtet worden. „Die Schule ist aufgrund eines polizeilichen Einsatzes geschlossen“, hieß es dort. Am Donnerstag solle der Unterricht wieder normal aufgenommen werden.

Über ein mögliches Motiv des Mannes sei noch nichts bekannt, sagte der Sprecher der Polizei. Auch sei noch unklar, ob der Mann eventuell einmal Schüler der Schule war. Die Schule war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor über den Vorfall berichtet.

(csr)
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