Düsseldorf: Lkw verschiebt Beton-Poller in der Altstadt

Unfall in Düsseldorf: Lastwagen verschiebt Beton-Poller in der Altstadt

In Düsseldorf sollen an mehreren Stellen Betonklötze vor Angriffen mit Lastwagen schützen. Am Marktplatz hat ein Lkw nun einen solchen Betonpoller offenbar verschoben. Der Ordnungsdezernent will prüfen, ob die Maßnahme dann noch wirksam ist.

Schön sind sie nicht, das gibt auch Ordnungsdezernent Christian Zaum offen zu. "Die Poller sind eine vorübergehende Maßnahme. Sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit", sagte er unserer Redaktion auf Anfrage. Dass ein Lkw einen der "Legosteine", wie man sie bei der Stadt auch nennt, aber offenbar beim Rangieren verschoben hat, macht auch Zaum stutzig. Er wolle das prüfen und sich am Dienstag dazu äußern.

Zeugenaussagen zufolge hatte ein Lastwagen am Montag versucht, zwischen den Pollern hindurch in die Altstadt zu gelangen. Dass man zwischen den Sperren durchkommt, ist für den Lieferverkehr und die Feuerwehr weiterhin wichtig. Große Fahrzeuge können aber nur sehr langsam hindurchrollen. Dadurch soll verhindert werden, dass Terroristen Lastwagen als Waffe einsetzen, indem sie mit hoher Geschwindigkeit in die Altstadt fahren und dort Menschen verletzen. So war das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 abgelaufen.

Fotos zeigen, wie der Laster langsam an den Pollern vorbeifährt. Anschließend ist einer der Poller um etwa 30 Zentimeter verschoben. Das zeigt eine Markierung auf dem Boden. Der Poller wurde dabei leicht an der Seite beschädigt.

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Derzeit werde bei der Stadt ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das weniger vorübergehend sei, sagt Ordnungsdezernent Zaum. "Wir wollen eine Lösung, die sicher ist, das Stadtbild nicht verschandelt, aber auch den Menschen nicht das Gefühl gibt, in einer Trutzburg leben zu müssen."

Dass der Poller die Stadt nicht sicherer mache, wenn er sich bewegen lasse, wollte Zaum nicht bestätigen. Er sei trotzdem geeignet, die Geschwindigkeit eines möglichen Angreifers zu mindern und stelle zudem eine Hemmschwelle für ein Attentat dar.

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(hpaw)
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