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Düsseldorf-Benrath: Jugendliche attackieren Mann mit Regenbogenmaske

Polizei sucht Zeugen in Düsseldorf-Benrath : Jugendliche beleidigen und schlagen Mann mit Regenbogenmaske

Mehrere Jugendliche haben in Düsseldorf-Benrath einen Mann erst beleidigt und dann angegriffen – offenbar weil er einen Mund-Nase-Schutz in Regenbogenfarben trug. Die Täter sind flüchtig, die Polizei sucht Zeugen.

Ein Mann ist in Düsseldorf-Benrath von einer etwa siebenköpfigen Gruppe Jugendlicher beleidigt und schließlich angegriffen worden. Die Polizei fahndet nach den Tätern und sucht Zeugen des Vorfalls.

Laut Polizei war der Mann am Donnerstag (2. September 2021) gegen 11 Uhr zu Fuß auf der Erich-Müller-Straße unterwegs, als ihm die Jugendlichen an der Kreuzung Weststraße entgegenkamen. Mutmaßlich aufgrund seines Mund-Nasen-Schutzes in Regenbogenfarben kam es dann zu Beleidigungen und einem kurzen Wortwechsel, der schließlich in einen körperlichen Angriff durch die Minderjährigen mündete. Die Regenbogenfarben gelten weltweit als Symbol von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen.

Nachdem ihm drei Jugendliche aus der Gruppe Schläge und Tritte versetzt hatten, flüchteten alle Personen in Richtung Benrather Schlossallee. Der Mann wurde leicht verletzt. Wegen des mutmaßlich homophoben Tathintergrunds hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen und die Fahndung nach den jungen Tätern eingeleitet.

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Übergriffe und Anfeindungen gegen Homosexuelle seien keine Seltenheit, sagt Özgur Kalkan von der Aidshilfe Düsseldorf. Zwar seien es nicht immer körperliche Angriffe wie in dem Fall in Benrath, doch Alltagsdiskriminierung und Beleidigungen hätten in den vergangenen Monaten sogar noch zugenommen, so berichten es Betroffene, die sich beim Schwulen Überfalltelefon Düsseldorf melden, das die Aidshilfe betreibt. Hier können sich Schwule und Bisexuelle, die Gewalterfahrungen gemacht haben, beraten lassen. Als Grund für die Zunahme sieht er zum Beispiel Diskussionen um das umstrittene Homosexuellen-Gesetz in Ungarn.

„Ich erlebe Düsseldorf als recht tolerant“, sagt Kalle Wahle, Organisator des Düsseldorfer Christopher Street Days – ein Fest- und Demonstrationstag für die Regenbogen-Community. Er selbst verhalte sich jedoch vorsichtig. Eine Regenbogenmaske tragen oder mit einem Mann Hand in Hand laufen, mache er aus Selbstschutz oftmals nicht, so der CSD-Organisator.

Der Polizei zufolge sind die Flüchtigen dem äußeren Anschein nach alle im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Einer der Angreifer ist etwa 16 Jahre alt und war mit einem dunkelblauen Kapuzenpulli mit roter Aufschrift sowie einer Jeanshose bekleidet. Er hat kurze braune Haare, braune Augen und trug eine blaue OP-Maske.

Ein zweiter Verdächtiger ist ebenfalls circa 16 Jahre alt und trug einen hellblauen Kapuzenpulli mit V-Ausschnitt, dazu ebenfalls Jeans. Seine braunen Haare waren zur Seite gekämmt, über den Mund hatte er eine blaue OP-Maske gezogen. Auffällig an ihm soll ein heller Pigmentfleck oder eine Narbe am linken Auge gewesen sein. Zeugenhinweise werden erbeten an den Staatsschutz der Polizei unter Telefon 0211-8700.

(csr/veke)