Düsseldorf: Angeklagter soll bei Messerstichen auf den Schwager verwirrt gewesen sein

Totschlagsprozess in Düsseldorf : Angeklagter soll vermindert steuerungsfähig gewesen sein

Im Prozess um die Messerstiche am Höherweg hat am Donnerstag ein Psychiater über die Persönlichkeit des Angeklagten ausgesagt. Der soll im Affekt den Freund seiner Schwester attackiert haben.

Dem Angeklagten seien die Sicherungen durchgeknallt – so lautet das Urteil des forensischen Psychiaters, der am Donnerstag im Prozess wegen versuchten Totschlags gehört wurde. Der mutmaßliche Täter soll im Januar den Freund seiner Schwester vor seinem Haus am Höherweg mit einem Messer schwer verletzt haben. Mehrere Zeugen sagten aus, der 35-Jährige sei sonst ein ruhiger Typ. Er habe sich aber in den Monaten vor der Tat immer weiter in sich zurückgezogen – möglicherweise wegen der immer heftiger werdenden Familienstreitigkeiten nach dem Tod des Vaters.

Den Vater habe der Angeklagte als Problemlöser und Integrationsfigur wahrgenommen, den er nicht ersetzen konnte, so der Gutachter. Er habe seine Familie schützen wollen, deshalb auch Kameras installiert, die schließlich die Tat aufzeichneten. Sein Groll konzentrierte sich offenbar stark auf den neuen Freund der Schwester. Nach einem Streit griff er daher zum Messer – wohl im Affekt. Von eingeschränkter Steuerungsfähigkeit sprach der Gutachter. „Da war Druck auf dem Topf, es wurde immer schwerer, den Deckel drauf zu halten.“ Ein Urteil soll Ende des Monats fallen.

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