Halskettenräuber in Düsseldorf: Die Rückkehr der "EK Band"

Halskettenräuber in Düsseldorf : Die Rückkehr der "EK Band"

Nach mehreren neuen Fällen von Halskettenraub will die Düsseldorfer Polizei jetzt eine Ermittlungskommission wiederbeleben, die bereits im vergangenen Jahr ihn ähnlichen Fällen fahndete. Außerdem sollen mehr Kräfte auf die Straße.

Damit reagiert die Polizei auf mindestens einen, vielleicht sogar mehrere neue Fälle von Raub, von denen sich der letzte am Mittwochnachmittag in Eller ereignete.

Gegen 16 Uhr betrat eine 88-Jährige ein Mehrfamilienhaus an der Krippstraße. Ein Mann folgte ihr ins Gebäude, ging im Hausflur zunächst an der Seniorin vorbei und kam ihr bereits wieder entgegen, noch bevor sie die erste Stufe der Treppe erreicht hatte. Als die Rentnerin den Mann daraufhin ansprach, riss dieser ihr unvermittelt die goldene Kette vom Hals und flüchtete. Die Frau beschreibt den Mann als 35 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, mit einem Zopf. Er trug ein dunkelgraues langärmliges Hemd mit Musterung und dunkle Hosen.

Ist das die Fortsetzung der Halskettenraub-Serie?

Der Fall ähnelt etlichen, die im vergangenen Jahr für Aufsehen und für die Einsetzung der "EK Band" sorgten. Immer waren ältere Frauen das Opfer, meist wurde ihnen brutal der Schmuck abgerissen. Anders als am Mittwoch konzentrierten sich die Taten allerdings eher auf den Nordosten der Stadt, vor allem Rath, Unterrath und Derendorf.

In Derendorf ereignete sich ebenfalls am Mittwoch ein weiterer Überfall, bei dem die Täter ohne Beute flüchteten, das Opfer allerdings leicht verletzt wurde. Gegen 14.30 Uhr drangen zwei Männer gewaltsam in die Wohnung einer 85-Jährigen ein und bedrängten sie. Die Frau rief laut um Hilfe, daraufhin flüchteten die beiden.

Schon am Montag war eine Seniorin um die Mittagszeit in Rath überfallen und beraubt worden. "Das ist eine auffällige Häufung", sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage unserer Redaktion. Die Polizei ziehe jetzt Konsequenzen. Man sei zum dem Entschluss gekommen, die Ermittlungskommission wiederzubeleben, sagte er. Welchen Umfang das habe, sei aber noch nicht entschieden. Die "EK Band" werde sich die Fälle genau anschauen und auf Parallelen untersuchen. "Gleichzeitig werden wir uns aber im operativen Bereich stärker aufstellen." Das bedeute vor allem: mehr Zivilfahnder in den betroffenen Gegenden. "Wir wollen die Täter schnappen."

In allen offenen Fällen bittet die Polizei weiterhin um Zeugenhinweise unter der Telefonnummer 0211/8700. Auch die Belohnung, die die Staatsanwaltschaft im August 2016 ausgesetzt hatte, gibt es weiterhin: 1.500 Euro bekommt, wer Hinweise liefert, die zur Identifizierung oder Ergreifung des oder der Täter führen.

(hpaw)