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Breguet Düsseldorf​ - Blitzeinbruch bei Kö-Juwelier - mindestens 100.000 Euro Beute​

Breguet in Düsseldorf : Blitzeinbruch bei Kö-Juwelier - mindestens 100.000 Euro Beute

Die Filiale des Juweliers Breguet an der Kö in Düsseldorf ist erneut überfallen worden. Wieder sind die Täter mit einem Fahrzeug in das Geschäft gefahren. Die Beute hat laut Polizei einen Wert von über 100.000 Euro.

Die Filiale der Schweizer Uhrenmanufaktur Breguet an der Königsallee in Düsseldorf ist in der Nacht zu Dienstag erneut Opfer eines Überfalls geworden. Wieder sind Täter mit einem Fahrzeug in ein Fenster des Ladens gefahren und dann in die Verkaufsräume eingedrungen. Die Polizei schätzt den Wert des Diebesgutes „nach aktuellem Stand auf über 100.000 Euro“, wie ein Sprecher sagte.

Laut Polizei hatten die Täter zuvor einen silberfarbenen Audi 100 gestohlen. Mit diesem waren sie dann gegen 1.37 Uhr mehrfach rückwärts gegen eine Tür und ein Schaufenster des Juweliers gefahren und hatten sich somit Zutritt zu dem Geschäft verschafft. Dort rafften sie mehrere hochwertige Uhren zusammen und flüchteten anschließend mit dem Fahrzeug. Eine sofort ausgelöste Großfahndung der Polizei, an der auch ein Hubschrauber beteiligt war, blieb zunächst ohne Erfolg.

Das Tatfahrzeug konnte die Polizei am Morgen nach dem Hinweis einer Zeugin in Stadtmitte in der Nähe der Straße Am Wehrhahn auffinden. Die Beamten stellten den Wagen sicher und untersuchten ihn auf Spuren.

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Nachdem sich die Täter Zugang zu dem Laden verschafft hatten, schlug laut Polizei mindestens einer der Einbrecher im eine Vitrine ein und entwendete mehrere der wertvollen Uhren. Die Höhe der Beute schätzt die Polizei bislang auf über 100.000 Euro. „Die Ermittlungen laufen aber noch, das kann noch deutlich mehr werden“, sagte der Sprecher. Im Anschluss flüchteten die Täter in dem Audi 100 über die Blumenstraße in unbekannte Richtung.

Ein Täter konnte durch einen Zeugen wie folgt beschrieben werden: männlich, etwa 1,80 Meter bis 1,90 Meter groß, normale Statur, blonde schulterlange Haare, schwarze Kleidung, schwarze Skimaske. Hinweise nimmt die Düsseldorfer Polizei unter Telefon 0211-8700 entgegen.

Eine Sprecherin von Breguet sagte, man bitte um Verständnis dafür, dass „wir zur Art und zum Umfang des Warenverlustes keine Angaben machen können“. Das seien interne Informationen, die beim Unternehmen in Kooperation mit der Polizei und der Versicherung verbleiben würden.

Auf fast identische Art und Weise war die Filiale bereits Ende 2020 überfallen worden. Damals entkamen die Täter mit einer Beute, die unterschiedlichen Angaben zufolge, einen Wert zwischen einer und drei Millionen Euro hatte.

Damals hatten sich die Täter dieselbe Stelle ausgesucht, um in den Laden einzubrechen. Offenbar handelt es sich bei dem an der Blumenstraße gelegenen Bereich um eine Schwachstelle. Zur Kö-Seite verhindern spezielle Poller, dass ein Fahrzeug in die Scheiben fahren kann.

Damals teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass dem Amt für Verkehrsmanagement kein Antrag auf Bau einer Sicherungsanlage für diesen Laden vorliege. Tatsächlich stehen dort im Unterschied zu 2020 jetzt vier der normalen, wei-rot gestreiften Poller. Diese lassen sich jedoch mit einem einfachen Schlüssel abschrauben. Und genau das sollen die Täter mit einem der Poller gemacht haben, um dann in die Scheibe fahren zu können.

Auf die Frage, ob man denn inzwischen Sicherheitspoller für den Bereich an der Blumenstraße beantragt habe, sagte die Breguet-Sprecherin nur: „Als Unternehmen treffen wir für unsere Boutique alle notwendigen Maßnahmen, um den Schutz und die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Produkte zu gewährleisten und ähnliche Vorfälle in Zukunft bestmöglich zu vermeiden.“ Zudem könne man keine Auskünfte zu den Sicherheitskonzepten geben. Ein Sprecher der Stadt sagte am Nachmittag, man prüfe derzeit, ob ein entsprechender Antrag von Breguet vorliege.

Ähnlich äußerten sich andere Kö-Juweliere auf Nachfrage zu dem jüngsten Überfall. “Grundsätzlich äußern wir uns zu solchen Geschehnissen nicht“, sagte ein Sprecher von Juwelier Rüschenbeck, der eine Filiale im Kö-Bogen II betreibt. Informationen zu den eigenen Sicherungsmaßnahmen wolle man nicht veröffentlichen. “Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihnen zu dem Thema Sicherheit keine Auskunft geben kann“, sagte die Pressesprecherin von Wempe.

Bei dem Überfall im Dezember 2020 waren die Täter am Vormittag um kurz vor zehn Uhr mit einem Auto in die Scheibe des Schweizer Uhrenhändlers gefahren. Das Tatfahrzeug ließen sie zurück und flüchteten mit Motorrollern bis zum Hofgarten, dort stiegen sie dann in einen weiteren Wagen um.

Da der Überfall von anderthalb Jahren kurz vor Ladenöffnung stattfand, befanden sich damals schon Angestellte im Geschäft. Die Täter bedrohten diese mit Pfefferspray und Schusswaffen.

Bereits eine Woche nach dem Überfall 2020 war die Beute damals in Serbien wieder aufgetaucht. Es soll sich um 41 bis zu 200.000 Euro teure Uhren und ein Armband gehandelt haben. Vier Personen wurden festgenommen. Laut serbischen Medien gehörten die Täter damals zum kriminellen Netzwerk „Pink Panther“.

In dem Bereich an der Kö sind mehrere Geschäfte angesiedelt, die Luxusartikel verkaufen. In der Vergangenheit waren immer mal wieder Juweliere auf der Einkaufsmeile Ziele von Räubern. 2016 und 2013 war ein traditionsreiches Uhren- und Schmuckgeschäft betroffen. Für Aufsehen sorgte auch ein spektakulärer Millionen-Coup 2005: Damals hatten fünf Räuber mit Maschinenpistolen um sich geschossen und Schmuck im Wert von mehr als zwei Millionen Euro erbeutet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Blitzeinbruch - Luxusuhren-Händler an der Kö in Düsseldorf überfallen

(csr)