Bombenentschärfung in Düsseldorf-Heerdt an Willstätterstraße erfolgreich

3000 Menschen betroffen : Bombe in Düsseldorf-Heerdt erfolgreich entschärft

Am Donnerstagabend ist in Düsseldorf-Heerdt eine Fliegerbombe entschärft worden. Der Flugverkehr war kurzzeitig unterbrochen. Insgesamt waren rund 3000 Menschen betroffen.

Am Donnerstagabend ist in Düsseldorf-Heerdt eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe entschärft worden. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war gegen 12.30 bei Bauarbeiten an der Willstätter Straße entdeckt worden. In unmittelbarer Nähe wurde zudem eine zweite Bombe gefunden. Da sie keinen Zünder mehr hatte, konnte sie geräumt und verladen werden.

Von der Bombenentschärfung waren insgesamt rund 3000 Menschen betroffen: Etwa 500 Anwohner im Umkreis von 250 Metern (Gefahrenbereich A) um die Fundstelle mussten am Abend ihre Wohnungen verlassen. Im Radius bis 500 Metern (Gefahrenbereich B) waren weitere 2500 Menschen betroffen. Sie durften ihre Wohnungen während der Entschärfung nicht verlassen und sich nicht im Freien aufhalten.

Im Radius von 250 Metern (innerer Ring) um die Fundstelle an der Willstätterstraße in Düsseldorf-Heerdt mussten bis zu 500 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Im Radius bis 500 Metern (äußerer Ring) waren weitere 2500 Menschen betroffen. Foto: Stadt Düsseldorf

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf begann gegen 19.30 Uhr mit der Entschärfung des Blindgängers mit Aufschlagzünder. Nur knapp 20 Minuten später, um 19.50 Uhr, gab die Stadt per Twitter bereits Entwarnung: „Die Bombe ist entschärft.“

Landungen am Düsseldorfer Flughafen waren zwischen 19.30 und 19.43 Uhr unterbrochen. Danach herrschte am Airport wieder „Normalbetrieb“, wie der Flughafen twitterte. Auch für Pendler gab es Beeinträchtigungen: Der Straßenverkehr rund um die Hansaallee, Willstätter Straße, Schiessstraße und Löricker Straße war eingeschränkt. Die nahegelegene B7 (Brüsseler Straße) und die Auffahrt zur Autobahn 52 waren hingegen nicht betroffen. Die Stadt riet Autofahrern, die gesperrten Bereiche weiträumig zu umfahren. Das „Cinestar“-Kino stellte den Betrieb ein.

Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Es kam zu Einschränkungen zwischen Düsseldorf, Meerbusch und Krefeld. Die Buslinien 828 und 833 wurden umgeleitet. Die U-Bahn-Linien U74 und U76 fuhren ab 19 Uhr nicht mehr, sondern endeten an den Haltestellen „Am Belsenplatz“ oder „Am Seestern“ (aus Innenstadt kommend) und an der Haltestelle „Meerbusch-Büderich, Landsknecht“ (aus Meerbusch oder Krefeld kommend).

Die Stadt richtete für Betroffene ein Gefahrentelefon ein. Bewohner des inneren Rings konnten einen Krankentransport bestellen. Für Anwohner wurde im Comenius-Gymnasium eine Betreuungsstelle eingerichtet. Insgesamt waren mehr als 200 Mitarbeiter von Stadt, Feuerwehr, Polizei, Stadtwerken, Rheinbahn und Hilfsorganisationen im Einsatz.

Ab dem frühen Abend fuhren Lautsprecherwarnfahrzeuge durch die Gegend, um die Bürger zu informieren. Die Stadt appellierte an die Bürger, den Evakuierungsaufforderungen im Gefahrenbereich „zügig zu folgen“. Auch im äußeren Ring sollte die Entschärfung nicht unnötig verzögert werden. Hintergrund sind die Vorfälle bei der Bombenentschärfung in Düsseldorf-Derendorf am vergangenen Freitag. Dabei mussten mehr als 10.000 Betroffene im inneren Ring in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt waren knapp 31.000 Menschen betroffen. Die zunächst für 20 Uhr angesetzte Entschärfung hatte sich immer weiter verzögert und konnte schließlich erst in der Nacht zu Samstag durchgeführt werden, weil immer wieder Menschen in der eigentlich evakuierten Zone angetroffen worden waren.