Bombe in Düsseldorf-Derendorf entschärft: Was Anwohner wissen müssen

Straßensperrungen aufgehoben : Fliegerbombe in Düsseldorf-Derendorf erfolgreich entschärft

Bei Bauarbeiten in Düsseldorf-Derendorf wurde eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. Der Fundort lag nahe der Hochschule Düsseldorf. Die Bombe wurde am Montag um 20.10 Uhr entschärft. Fast 7000 Menschen und die Deutsche Bahn waren betroffen.

„Die Entschärfung hat reibungslos geklappt, wir konnten den anvisierten Zeitplan pünktlich einhalten. Das lag auch daran, dass die Bürger sehr gut mitgearbeitet haben, so dass es zu keiner Verzögerung gekommen ist", zog der leitende Branddirektor Arvid Graeger, der die Maßnahmen im Krisenstab koordinierte, Bilanz.

Die Bombe war in einem Baugebiet an der Rose-Ausländer-Straße in Derendorf gefunden worden. Ganz in der Nähe befindet sich die Hochschule Düsseldorf (HSD). Die Bombe wurde um 20.10 Uhr entschärft.

Dazu mussten bis spätestens 19 Uhr in einem Radius von 250 Metern (Gefahrenbereich A) um die Fundstelle an der Rose-Ausländer-Straße, Ecke Elfriede-Bial-Straße bis zu 900 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Im Radius bis 500 Meter (Gefahrenbereich B) um die Fundstelle waren weitere rund 5.700 Menschen betroffen - sie durften während der Entschärfung in ihren Wohnungen bleiben, aber sich nicht im Freien aufhalten.

Diese Karte zeigt den Radius der Evakuierungen. Foto: Stadt Düsselorf/Stadt Düsseldorf

Die Bombe wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf entschärft. Für diejenigen, die während der Evakuierungszeit eine Anlaufstelle brauchten, standen ab 17 Uhr die Räume der städtischen Justus von Liebig-Realschule an der Ottweilerstraße 20 offen. Dort hatte die Stadt Düsseldorf eine Betreuung organisiert. Seit 17 Uhr standen ab der Haltestelle Rather Straße/Spichernstraße Rheinbahnbusse für den Transfer zur Betreuungsstelle zur Verfügung. Rund 65 Menschen nahmen das Angebot in Anspruch.

Von der Sperrung war auch der Bahnverkehr betroffen. Es kam zu Einschränkungen des Bahnverkehrs zwischen Düsseldorf und Duisburg sowie vom Hauptbahnhof Düsseldorf weiterführend nach Köln. Der S-Bahnhof Derendorf wurde ab 18 Uhr nicht mehr angefahren, der Zugverkehr der Bahn AG wurde ab 19 Uhr für die Dauer der Entschärfung komplett eingestellt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, dass die komplette Strecke zwischen Derendorf und Hauptbahnhof gesperrt werden musste. „Davon sind alle sechs Gleise betroffen, S-Bahn, Nah- und Fernverkehr“, sagte der Sprecher. Reisenden riet er, in die Navi-App der Bahn zu schauen, dort würde die Sperrung auf betroffenen Verbindungen angezeigt. Einen Schienenersatzverkehr konnte nicht angeboten werden, da auch Taxen und Busse den Bereich natürlich nicht befahren durften. Es handelte sich laut Feuerwehrsprecher um eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe.

Der Straßenverkehr war rund um die Toulouser Allee, Rather Straße und Münsterstraße von den Sperrungen betroffen. Die Heinrich-Ehrhardt-Straße, die Grashofstraße sowie die Brehmstraße und die Ulmenstraße blieben während der Entschärfung weiterhin befahrbar. Die Straßensperrungen wurden unmittelbar nach der Entschärfung wieder aufgehoben.

Insgesamt waren 260 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rheinbahn, Hilfsorganisationen, des Ordnungsamtes und des Amtes für Verkehrsmanagement im Einsatz. Elf Krankentransporte mussten organisiert werden.

(wie/dtm/csr)
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