Bahn-Chaos nach Vandalismus in Düsseldorf: Bekennerschreiben ist echt - Staatsschutz ermittelt

Bahn-Chaos in Düsseldorf : Bekennerschreiben ist echt - Staatsschutz ermittelt

Beschädigte Kabelanlagen sorgen seit Montag für Chaos auf der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg. Jetzt ist klar: Es handelte sich wohl um eine Sabotageaktion. Ein Bekennerschreiben von Abschiebegegnern wird als echt bewertet, der Staatsschutz ermittelt.

Mittlerweile liegen der Düsseldorfer Polizei nach eigenen Angaben Erkenntnisse vor, die ein politisch motiviertes Handeln der Täter nahe legen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Dem aktuellen Stand der Ermittlungen zufolge öffneten in der Nacht von Sonntag auf Montag bislang unbekannte Täter an mindestens drei Stellen im Großraum Düsseldorf Kabelschächte entlang der Bahngleise und beschädigten die darin befindlichen Kabelanlagen.

Die Leitungen werden unter anderem für die Schaltung der Signalanlagen benötigt, was zu entsprechenden Störungen und auch Ausfällen im Bahnverkehr führte. Im Stadtgebiet Erkrath wurden dadurch Telefon- und Internetverbindungen gestört.

Das bei der Polizei eingegangene Bekennerschreiben einer Gruppierung, die sich kontrovers mit dem Thema Abschiebung auseinandersetzt, liegt dem Staatsschutz vor und wird als authentisch erachtet.

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln derzeit wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Die Signalstörung hatte am Montag zu großem Chaos im Pendlerverkehr in NRW geführt. Auswirkungen sind auch am Dienstag noch zu spüren.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt hat vor einer zunehmenden linksextremistischen Gewalt in Deutschland gewarnt. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Wendt: "Wir sehen eine neue Form linker Gewalt, die uns Sorge bereitet." Bisher hätten sich Linksautonome auf Angriffe auf die Polizei konzentriert wie etwa beim G20-Gipfel in Hamburg im vergangen Jahr.

"Inzwischen sammeln sich linksextremistische Gruppen gezielt zu Projekten wie etwa den Protesten im Hambacher Forst oder Sabotageakten bei der Bahn", sagte Wendt. "Diese Gruppierungen sind klein und beweglich und gehen nach einer bestimmten Aktion wieder auseinander." Darauf müsse sich die Polizei einstellen.

Nach Einschätzung von Wendt konzentriert sich die linksextreme Szene zunehmend auf punktuelle Attacken gegen die kritische Infrastruktur, wie etwa auf die Bahn, weil sie dort mit relativ wenig Aufwand große Wirkung erzeugen könne.

(csr)
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