Ampelausfall in Düsseldorf sorgt für Chaos auf dem Lastring

Ampelausfall in Düsseldorf : Oberbilker Allee bleibt bis Ende der Woche Staustelle

Autofahrer brauchen auf der Oberbilker Allee derzeit etwas länger: An der Kruppstraße ist die Ampel ausgefallen. Die Kreuzung bleibt bis Ende der Woche ein Nadelöhr

Manchmal sind es eben auch die kleinen Dinge, die einen ganzen Stadtteil in die Bredouille bringen können. In Oberbilk ist es ein Steuergerät in der Ampelanlage, das – Baujahr 1991 – am Sonntag seinen Geist aufgab. Seitdem ist eine der am meisten befahrenen Kreuzungen der Stadt eine mit schlichter Vorfahrtsregelung. Und das sorgt auf dem Lastring für massive Behinderungen.

Am Montag sprangen Polizisten in die Bresche, ersetzten zumindest im Berufsverkehr die Lichtzeichen. Doch außerhalb der Rushhour bildeten sich immer wieder lange Staus. Auch am Dienstag wieder, als die Fahrzeugreihen bis nach Eller und Wersten standen, regelten Polizisten den Verkehr. Weil der Lastring als Bundesstraße nun einmal Vorfahrt hat, mussten die Autofahrer auf der Oberbilker Allee lange warten, bis sie endlich über die Kreuzung kommen. Und die Rechtsabbieger sind auf die Gnade derer angewiesen, die auf der Kruppstraße ebenfalls nicht gerade schnell vorwärts kommen.

Als vor fünf Jahren die Rheinbahn mit Gleisarbeiten die Kreuzung für zehn Tage blockierte, war das generalstabsmäßig vorbereitet worden. Mit einer Umleitung über die Sonnenstraße und mit blinkenden Parkverbotsschildern an den Wohnstraßen, die während der Bauzeit auch für die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr zur schnellsten Strecke wurden. Für solche Dinge blieb jetzt keine Zeit. Stattdessen hat das Amts für Verkehrsmanagement mit einigen Sofortmaßnahmen versucht, die Probleme mit dem Ampelausfall einzudämmen.

So kommt der Verkehr aus Oberbilk in Richtung Hüttenstraße nicht mehr wie gewohnt auf zwei Spuren über den Lastring. Das soll die Kreuzung zwar entlasten, führte aber auf der Oberbilker Allee auch zu neuen Schwierigkeiten, weil sich die im Stau langsam nach vorne quälenden Autofahrer kurz vor knapp noch neu einordnen mussten, eben weil die rechte der beiden Geradeaus-Spuren zur zweiten Rechtsabbiegerspur umgewidmet war. Auch darauf hat das Amt inzwischen reagiert: Seit Dienstag ist auf der Oberbilker Allee aus beiden Richtungen nur Rechtsabbiegen auf die Kruppstraße möglich. Wer von Oberbilk nach Friedrichstadt will (oder umgekehrt), kommt also her nicht weiter. Und auch die Linksabbieger von der Krupp­straße hat die Stadt aus Gründen der Verkehrssicherheit vorsichtshalber gesperrt.

Und weil die Oberbilker Allee nun eben kilometerweit zugestellt ist, haben auch die Fahrer, die etwa aus der Borsigstraße kommen, kaum eine Chance, einzubiegen. Die Anlieger dort trifft’s besonders hart, weil sie aus ihrer Einbahnstraße nur über die Oberbilker Allee wegfahren können.

Die Rheinbahn ist für Eilige auch keine Alternative. Bis zu 15 Minuten Verspätung kassiert die 705 allein auf diesem Streckenabschnitt. Es sind weniger geworden, nachdem die Stadt eine Schranke installiert hat, die der Rheinbahn Vorfahrt sichern soll. „Aber im Berufsverkehr nützt uns das auch nichts“, sagt Unternehmenssprecher Eckart Lander. „Wenn die Straße voll ist, ist sie voll.“

Und wer an der Kruppstraße auf die 706 wartet, braucht ebenfalls Geduld. Die Züge dieser Linie müssen, vom Hennekamp kommend, oft lange warten, bevor sie die Kreuzung passieren können, auf der sich der Verkehr von der Oberbilker Allee buchstäblich querstellt.

Man arbeite gemeinsam mit der Herstellerfirma an einer schnellen Lösung des Problems, teilte das Amt für Verkehrsmanagement am Montag mit. Doch frühestens Ende der Woche kann das 110.000 Euro teure neue Steuergerät eingebaut werden. Bis dahin werden die Verkehrsteilnehmer um äußerste Vorsicht beim Überfahren der Kreuzung gebeten. Und Ortskundige sollten die Kreuzung am Besten so weit wie möglich umfahren.