Angeblich 16.000 Euro am Baum gefunden: Blackout nach Wodka und Kokain

Angeblich 16.000 Euro am Baum gefunden : Blackout nach Wodka und Kokain

Mit einer abenteuerlichen Geschichte brachte ein 29-jähriger Lackierer die Polizei im Juli 2006 zum Staunen. Der Mann hatte die Beamten nämlich zu Hilfe gerufen, weil er mehr als 16.000 Euro in bar an einem Baum in einem Park gefunden haben will - und sich seither verfolgt fühlte. Gestern auf der Anklagebank des Amtsgerichts widerrief er diese Erzählung und wurde wegen Untreue zu 200 Euro Strafe verurteilt. "Nein, nein", winkte der Angeklagte beidhändig ab, er habe das Bargeld doch nicht hinter einem Parkbaum gefunden und unterschlagen.

In Wahrheit habe er den Betrag, der bei ihm entdeckt wurde, sechs Wochen zuvor von einem Jugendfreund aus Polen erhalten mit dem Auftrag, für den Freund ein Auto zu kaufen. "Ich weiß auch nicht, was mir an dem Tag in den Kopf gestiegen ist", so der Angeklagte gestern schulterzuckend. Aber nach anderthalb Flaschen Wodka plus Kokainkonsum "wusste ich damals nicht, was ich mache und erzähle". Unbestritten hatte er sich an jenem Julitag aber per Taxi von Düsseldorf in ein westfälisches Hotel bringen lassen, hatte sich dort im Zimmer verschanzt - und dann lauthals nach Polizeihilfe gerufen. Die bekam er denn auch.

Als Zeuge bestätigte der Jugendfreund jetzt, dass er dem Angeklagten das Bargeld und den Auftrag zum Autokauf gegeben hatte. Fast die gesamte Summe bekam der Mann inzwischen zurück. Verurteilt wurde der Angeklagte dennoch. Und zwar wegen der Taxifahrt, die er vom Geld des Freundes bezahlt hatte. Dafür verhängte der Richter eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen.

(RP)