Bis zu 2000 Kita-Plätze fehlen in Düsseldorf

Ausblick auf Kita-Jahr 2018/19 : Düsseldorf fehlen bis zu 2000 Kita-Plätze

Im neuen Kita-Jahr wird die Stadt 1000 neue Betreuungsplätze schaffen. Doch Nachfrage und Angebot kommen in der wachsenden Stadt nicht zur Deckung. Vor allem bei unter Dreijährigen wird es eng.

Mehr Geburten, mehr junge Familien, die anders als früher nicht mehr ins Umland ziehen wollen, und ein ungebremster Zuzug in die weiter boomende Metropole stellen Düsseldorf im neuen Kindergarten vor enorme Herausforderungen. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Die Kinderzahl Die Zahl der Kinder bis sechs Jahre ist stark gestiegen. 2012 lebten rund 17.200 Jungen und Mädchen unter drei Jahren sowie etwas mehr als 16.000 zwischen drei und sechs Jahren in der Stadt. 2017 waren es bereits 19.500 (bis drei) sowie knapp 17.700 (drei bis sechs). Ein Plus von insgesamt 3900 in fünf Jahren. „Damit erreichen wir bereits jetzt die Zahl, die wir noch vor kurzem für 2025 prognostiziert hatten“, sagt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Die Betreuungsplätze Zum Beginn des neuen Kita-Jahres am kommenden Mittwoch stehen in Düsseldorf insgesamt 26.300 Betreuungsplätze für Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Darin enthalten: die Tagespflege-Angebote mit 2950 Plätzen. Sie richten sich in erster Linie an Eltern mit Kindern unter drei Jahren (U3). „Im Juli 2019 werden wir stadtweit 27.300 Plätze anbieten können“, prognostiziert Jugendamtsleiter Johannes Horn.

Die Lücke Im Kita-Jahr 2017/18 gingen 13 Tageseinrichtungen neu in Betrieb oder wurden neu in die öffentliche Förderung aufgenommen (600 zusätzliche Plätze). In den kommenden Monaten werden noch einmal neun Einrichtungen entstehen beziehungsweise erweitert (plus 350 Plätze). „Dennoch fehlen uns – gemessen an den Anmeldungen – zwischen 1800 und 2000 Plätze“, sagt Hintzsche. In etwa 1500 Fällen sind davon U3-Kinder betroffen. Die Unterversorgung mit Kita-Plätzen in Einrichtungen der Stadt und der freien Träger bleibt damit auf hohem Niveau. Zum Vergleich: Im November 2017 hatte dieses „Delta“ bei 1500 Plätzen gelegen. Das wird in diesem Herbst ähnlich sein. „Dieser Wert ist auch deshalb so hoch, weil viele Eltern nicht so gerne auf die Tagespflege ausweichen, sondern lieber auf einen klassischen Kita-Platz warten“, sagt Hintzsche.

Das Raumproblem Noch mehr als die aktuell 1000 neuen Plätze pro Jahr zu schaffen, ist nach Einschätzung der Kita-Planer nicht möglich. Das liegt nicht zuletzt an der Grundstücksknappheit in Düsseldorf. „Wir kommen an Grenzen“, sagt Horn. Die Stadt werde deshalb auch neue Wege, wie die Kombination von Wohnen und Kinderbetreuung verstärkt in den Blick nehmen.

Die Strategie Um Druck aus dem Kessel zu nehmen, fährt die Stadt mehrgleisig. So werden in den vorhandenen Räumen an einigen Standorten mehr Kinder als üblich betreut. „Für den Übergang“, wie Horn betont. Zudem werden Container, die während des Neubaus einer bereits bestehenden Kita als Ausweichquartier dienten, länger angemietet. Und es sollen an den dafür geeigneten Standorten „im Bestand“ 144 zusätzliche Plätze entstehen. Die wird es aber erst im Kita-Jahr 2019/20 geben. Kosten soll alleine diese Maßnahme rund 5,4 Millionen Euro. Hinzu kommt als entscheidender Faktor das Angebot der Tageseltern, das aktiv beworben wird. „Niemand muss seinen Job aufgeben, weil ihm ein Betreuungsangebot fehlt. In enger Absprache mit uns kann immer eine Lösung gefunden werden“, verspricht Hintzsche.

Das Personal Die Stadt wird weiter Erzieher einstellen und Kinderpfleger fördern, die sich zum Erzieher weiterbilden. „Noch haben wir in Düsseldorf kein Problem, ausreichend Personal zu finden“, sagt Horn.

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