Herbstgutachten der Handwerkskammer: Binnenkonjunktur springt nicht an

Herbstgutachten der Handwerkskammer : Binnenkonjunktur springt nicht an

Düsseldorf (dto). Jedes zweite Handwerksunternehmen in Düsseldorf beklagt sich über rückläufige Umsätze und Auftragseingänge. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die im Rahmen des Herbstgutachtens der Handwerkskammer Düsseldorf vorgestellt wurde. Demnach tritt die Konjunktur im Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper auf der Stelle.

Der von der Handwerkskammer Düsseldorf für den Wirtschaftszweig an Rhein, Ruhr und Wupper repräsentativ bei 8000 Unternehmen erhobene Geschäftsklima-Index verharrt mit 60 Prozent auf dem mageren Niveau des Vorjahres. Die Hauptursache aus Sicht der Handwerkskammer: Die Binnenkonjunktur ist unverändert nicht angesprungen.

Für 2006 rechnet die Kammer mit einem Minuswachstum von nominal einem Prozent. Das hat auch Auswirkungen auf das Personal. Das Handwerk im Regierungsbezirk Düsseldorf büßte im Jahresverlauf 6.000 Beschäftigte ein, ein Trend der anhalten wird. "Der Personalabbau hat sich verlangsamt, ist aber keineswegs gestoppt", so Kammerpräsident Wolfgang Schulhoff.

Geringe Umsätze, zu wenig Aufträge, hohe Lohnnebenkosten und der dramatische Anstieg der Heizkosten haben Folgen. Nur fünf Prozent der Unternehmen melden nach Angaben der Kammer aktuell einen zusätzlichen Personalbedarf. Lediglich 2200 offene Stellen im Handwerk im Kammerbezirk Düsseldorf in diesem Herbst bedeuten das niedrigste Angebot seit Beginn der Konjunkturmessung vor 33 Jahren.

Nur 13 Prozent der befragten mittelständischen Chefs investierten im Sommer und Herbst mehr Geld in Maschinen, Anlagen und Gerät als im vorausgegangenen Halbjahr. Nur jedes achte Unternehmen erwartet der Umfrage zufolge eine Besserung der Geschäftslage. Kammerpräsident Schulhoff: "Eine generelle Belebung des Konjunkturklimas im Handwerk ist vor diesem Hintergrund in absehbarer Zeit nicht zu erwarten."

Besonders frostig sei die Stimmung in den Gesundheitshandwerken. 64 Prozent der Betriebsinhaber bewerteten ihre Geschäftslage als schlecht. Dagegen scheint die Lage im Bauhandwerk die Talsohle durchschritten zu haben. Jedes vierte Bauunternehmen meldete Auftragszuwächse, im vergangenen Herbst war es nur jeder fünfte Betrieb. Nach fünf rezessiven Jahren hat sich im Kfz-Gewerbe das Konjunkturklima dort erstmals wieder auf 71 Punkte erwärmt. Um 13,1 Prozent wuchs der Absatz an Nutzfahrzeugen.