U-Bahn-Bau in Düsseldorf: Bilfinger Berger: Mitarbeiter will Zement klauen

U-Bahn-Bau in Düsseldorf: Bilfinger Berger: Mitarbeiter will Zement klauen

Dieses Mal ist es ein 55-jähriger Arbeiter, der den Baukonzern Bilfinger Berger in Verlegenheit bringt: Der Mann wird dabei gesehen, wie er Zement stehlen will. Die sofort informierte Polizei ist wenige Minuten später am Tatort ­ Baustelle Wehrhahnlinie, Elisabethstraße ­ und stellt den Dieb. Im Kofferraum seines Autos liegen bereits vier Sack Zement, weitere stehen zum Abransport bereit.

Freitagmorgen, 4.30 Uhr. Zeugen beobachten, wie ein Bauarbeiter sich von einem Stapel Zementsäcke bedient und einen Pkw belädt. Jeder dieser Säcke wiegt 25 Kilo, wer sie trägt, fällt schon durch die sichtliche Mühe auf, diese unhandliche Last zu schleppen.

Die Polizei wird informiert und entdeckt tatsächlich das Diebesgut im Kofferraum des privaten Pkw. Der Mann räumt die Tat wohl auch ein, und das Unternehmen ­ durch immer wieder neue Pfusch-Meldungen von Kölner und Düsseldorfer U-Bahnbaustellen derzeit am Pranger ­ reagiert sofort und entlässt den Arbeiter fristlos.

Und vor allem: Die an sich harmlose Meldung wird sofort über die Presstelle des Konzerns in Mannheim publiziert. Denn man hatte Bilfinger Berger vorgeworfen, nach ersten Vorwürfen über Pfusch am U-Bahn-Bau in Köln zu lange geschwiegen und vertuscht zu haben.

Der Konzern wörtlich: "Die Baustellenleitung zeigte sich darüber enttäuscht, dass ein Mitarbeiter das Vertrauen des Unternehmens missbraucht und durch sein Handeln das Ansehen des Unternehmens leichtfertig aufs Spiel setzt."

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Der Konzern war in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere seiner Mitarbeiter in Köln für den U-Bahnbau bestimmte Moniereisen gestohlen und an Schrotthändler verkauft hatten.

Klau auf Baustellen —­ ein riesiges Problem für Unternehmen und Bauherren. Im Rahmen der Skandalmeldungen rund um die Kölner- und Düsseldorfer U-Bahnbaustellen erklärten Experten, dass der Wert der jährlich auf Baustellen gestohlenen Gegenstände oder des Materials in die Millionen geht.

Gestohlen wird im Prinzip alles, was - sprichwörtlich - nicht "Niet- und nagelfest" ist. Selbst Baumaschinen verschwinden, vor allem aber Material, das man privat verwenden kann. Sicheres Zeichen für bekanntes Diebstahlrisiko: die stets an Kränen aufgehängten Kreissägen und Leitern. Nur in luftiger Höhe sind sie vor Dieben sicher.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kölner U-Bahngrube am Heumarkt