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Düsseldorf: Bezirksregierung gegen 3-D-Zebrastreifen

Düsseldorf : Bezirksregierung gegen 3-D-Zebrastreifen

Das außergewöhnliche Verkehrszeichen, das auf einer optischen Täuschung beruht, sollte für mehr Sicherheit sorgen. Die Politik im Düsseldorfer Norden will trotz Ablehnung der Bezirksregierung dafür weiter kämpfen.

Vor einem halben Jahr hat die Bezirksvertretung 5 angeregt, als Pilotprojekt einen 3-D-Zebrastreifen in Düsseldorf auszuprobieren. Die Bezirksregierung lehnt das nun aber aus rechtlichen Gründen ab. Sie verweist auf einen Erlass des Landesministeriums, das die Erprobung eines geänderten Verkehrszeichens auch als Versuch untersagt. "In Braunschweig wurde ebenfalls aus rechtlichen Gründen von der Erprobung eines 3-D-Zebrastreifens abgesehen", sagt die Verwaltung.

Bei diesem besonderen Zebrastreifen sehen die Balken wie ein unüberwindbares Hindernis aus. Dabei werden mit einer besonderen Technik Farbstreifen so auf die Straße aufgemalt, dass diese wie massive Balken wirken. In Island ist diese besondere Straßenmarkierung bereits im Einsatz und soll die Autofahrer dazu bringen, an den Querungshilfen anzuhalten. Im österreichischen Linz kam der Zebrastreifen ebenfalls gut an und wurde nachgeahmt.

In Düsseldorf bewerteten Verkehrspolitiker wie Andreas Hartnigk (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, die Idee ebenfalls positiv. Auch SPD-Verkehrsexperte Martin Volkenrath hätte gerne die Wirkung des Zebrastreifens getestet. Die CDU in der Bezirksvertretung 5 hatte bereits einen möglichen Standort an der Duisburger Landstraße in Wittlaer ausgesucht, da dieser besonders von Kindern auf dem Weg zur Schule genutzt wird. "Täglich kann man dort gefährliche Situation beobachten. Eltern und die Schule waren deshalb positiv einem Versuch gegenüber eingestellt", sagt Benedict Stieber, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung 5. Inzwischen wird der Überweg, der immer wieder von Schülern als gefährlich bezeichnet wurde, zumindest morgens von Elternlotsen gesichert.

"Wir können der Argumentation der Bezirksregierung nicht folgen", sagt Stieber. Er hat den 3-D-Zebrastreifen beantragt und möchte die Idee weiter verfolgen, sich an eine übergeordnete Stelle wenden. "In vielen anderen Städten gibt es auch Interesse, diesen auszuprobieren, da sollte ein Verkehrsversuch doch möglich sein." Im südthüringischen Schmalkalden wurde vor einigen Tagen trotz Verbots ein 3-D-Zebrastreifen eingerichtet. Aktuell ist aber der umstrittene Zebrastreifen in einer 30er-Zone so abgesperrt, dass Autos ihn nur von der Seite überfahren können, der Effekt ist nicht zu sehen.

Mit einem weiteren Verkehrspilotprojekt, das ebenfalls nach seiner Erprobung auf das gesamte Stadtgebiet übertragen werden sollte, war die Bezirksvertretung 5 zuvor auch schon gescheitert. Gewünscht war, dass ein ganzer Kreuzungsbereich am Nordstern gelb schraffiert werden sollte, um deutlich zu machen, dass dieser nur befahren werden darf, wenn man dort nicht zum Stehen kommen wird. Die sogenannte Yellow Box, die es schon in Städten in Großbritannien und den USA gibt, soll verhindern, dass Autos in die schon überfüllte Kreuzung einfahren und dadurch andere Spuren unnötig blockieren. Die Bezirksregierung verweigerte die Zustimmung für dieses Pilotprojekt, da gelbe Markierungen nur in Baustellen angewendet werden dürften. "Ebenso bestehen Bedenken gegenüber einer alternativen Markierung nach niederländischem Vorbild eines weißen X im Kreuzungsbereich", so die Bezirksregierung.

(brab)