Düsseldorf: Betrog Pfleger ein Senioren-Ehepaar um 12.000 Euro?

Düsseldorf : Betrog Pfleger ein Senioren-Ehepaar um 12.000 Euro?

Die Notlage eines pflegebedürftigen Senioren-Ehepaares soll ein 41-jähriger Leiter eines Pflegedienstes wochenlang ausgenutzt haben. Dafür war er Ende 2016 vom Amtsgericht zu 20 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Die Pflegepatientin hatte Ende des Jahres 2013 unbedingt dafür sorgen wollen, dass ihr Mann weiter betreut werden kann, falls ihr etwas zustoßen sollte. Als sich dann der Gesundheitszustand der Frau im November jäh verschlechterte und sie deshalb in ein Krankenhaus musste, wandte sich die Patientin an den Leiter ihres Pflegedienstes als Vertrauensperson. Sie wollte sicherstellen, dass auch während ihres Klinikaufenthalts genug Geld verfügbar war, damit die Versorgung ihres Mannes weiter geführt werden konnte. Daher übergab sie laut Anklage dem 41-jährigen Pflege-Chef mehrere EC-Karten samt PIN-Nummern für Konten des Ehepaares bei diversen Banken und Sparkassen. Außerdem erteilte die Frau dem Angeklagten Ende 2013 noch schriftlich eine Generalvollmacht für alle finanziellen Verfügungen für sie und ihren Mann.

Wie das Amtsgericht vor fünf Monaten festgestellt hat, nutzte der angeklagte Pflege-Chef diese Vertrauensstellung dann aber zu seinen Gunsten aus. In mindestens zwölf Fällen habe er laut Urteil den ungehinderten Kontozugriff dazu verwendet, um das gesamte Guthaben seiner Schützlinge nach und nach heimlich abzuheben. Zusätzlich habe er die Konten der Eheleute sogar noch bis an die Grenze des Dispositionskredites belastet. Insgesamt fehlten später fast 12.000 Euro, die der Pflegedienstleiter für eigene Zwecke abgehoben und ausgegeben haben soll. Das Amtsgericht war Ende 2016 angesichts der Buchungsunterlagen von der Schuld des Angeklagten überzeugt und sprach ihn deshalb in diesen Punkten schuldig. Dagegen und gegen die Höhe der Strafe legte der 41-Jährige nun allerdings Berufung ein. Das Landgericht hat für die Neu-Prüfung des Falles bisher nur einen Verhandlungstermin angesetzt, mit einem Urteil wird noch am Dienstag gerechnet.

(RP)
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