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Düsseldorf: Beschlossen: Kita-Essen wird um 20 Prozent teurer

Düsseldorf : Beschlossen: Kita-Essen wird um 20 Prozent teurer

Ab Januar kostet die Verpflegung in den 103 städtischen Kindertagesstätten 70 statt 58 Euro pro Monat. Das hat der Ausschuss für Jugendhilfe beschlossen. Kritik gibt es sowohl von der Politik als auch von den betroffenen Eltern.

Nach Einschätzung der Stadt deckt das monatliche Verpflegungsentgelt, das Eltern zahlen müssen, nicht mehr die Kosten für das Essen in den Kindertagesstätten. Deshalb erhöht das Jugendamt die Beiträge ab Januar um 20 Prozent. Das beschloss der Ausschuss für Jugendhilfe mit Mehrheit (siehe Kasten rechts unten) gestern in seiner Sitzung. Eltern, deren Kinder eine der 103 Tagesstätten mit Verpflegungsangebot besuchen, müssen dann pro Monat 70 statt der bisherigen 58 Euro zahlen.

Die Verwaltung rechtfertigt die Erhöhung damit, dass die Beiträge seit 2005 konstant geblieben sind, obgleich Verpflegungs- und Personalkosten auch wegen der Inflation von durchschnittlich 1,7 Prozent im Jahr nicht mehr gedeckt werden können. Um die Qualität des Kita-Essens weiter zu gewährleisten, müssen — so das Jugendamt — die Beiträge für die Eltern erhöht werden. Damit könnten die Essenskosten weitgehend gedeckt werden.

Zuspruch bekam die Verwaltung für ihren Vorstoß vor allem von der CDU-Fraktion: "Wir halten das für eine gerechtfertigte Maßnahme, wenn dadurch die Qualität des Essens weiter gehalten werden kann", sagte Stephan Friedel, Ratsherr und stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Vor allem im Vergleich mit anderen Kommunen hätten es die Eltern in der Landeshauptstadt schließlich noch gut, weil sie jenseits des Verpflegungsentgeltes keine Kita-Beiträge zahlen müssten. "Außerdem gibt es bei den freien Trägern auch Beiträge für das Essen in ähnlicher Höhe. Städtische Kitas zum Beispiel zu bezuschussen, statt die Beiträge anzuheben, nur weil die Stadt der Träger ist, ist falsch", argumentiert Friedel.

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Kritik gibt es von der Opposition. So begrüßte SPD-Ratsmitglied Rajiv Strauß zwar, dass die Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch weiterhin nur 16 Euro pro Monat zahlen müssen, machte aber auch deutlich: "Dieser Beschluss ist völlig gegen unser politisches Fernziel gerichtet. Die SPD will, dass die Kosten für die Verpflegung langfristig entfallen, deshalb sehen wir die Erhöhung als Rückschritt und stimmen ihr auf keinen Fall zu."

Angela Hebeler von den Grünen, die sich enthielten, kritisierte hingegen, dass mit der Erhöhung lediglich die bestehende Qualität des Kita-Essens gewährleistet werden soll. "Wenn wir schon die Beiträge so drastisch anheben, muss die Qualität des Essens besser werden", sagt sie. Immer wieder gebe es Beschwerden von Eltern, dass die Verpflegung in den Kitas nur unzureichend sei.

Gemischt sind die Reaktionen derweil bei den betroffenen Eltern: "Ich bin alleinerziehende Mutter und weiß gar nicht, wie ich das bezahlen soll", sagt etwa Angela Peters, deren fünfjährige Tochter Jolina die städtische Kita Altestadt besucht. Weniger kritisch sieht das Ganze hingegen Susanne Lausberg, die Vorsitzende des Jugendamtselternbeirates (JAEB), der die Interessen der Eltern aus Düsseldorfs Kindergärten vertritt: "Ich finde schon, dass diese Erhöhung für ein gutes Mittagessen für unsere Kinder gerechtfertigt ist", sagt sie. Wer eine qualitative Verpflegung mit Portionen, von denen alle Kinder satt werden, erwarte, müsse auch bereit sein, den Preis zu zahlen. "Wir haben dieses Thema bei uns im Beirat heiß diskutiert. Das Einzige, was wir kritisch anmerken, ist, dass die Beiträge jetzt so plötzlich direkt um zwölf Euro erhöht werden. Das ist für manche Eltern wirklich ein Problem. Man hätte sie viel eher langsam erhöhen müssen."

Genau das wird nun geschehen: Denn abgesehen von der ab 2014 gültigen Erhöhung des Verpflegungsentgeltes um 20 Prozent, will die Stadt die Beiträge auch in den darauffolgenden Jahren anheben. Deshalb werden die Kosten für das Kita-Essen ab dem ersten August 2015 für fünf Jahre jeweils um einen weiteren Euro pro Jahr erhöht.

Hier geht es zur Infostrecke: Kita-Beiträge in der Region

(lai)