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Berliner Künstler gestaltet Lichtobjekt für Düsseldorfer Grundschule

Kunstobjekt für Düsseldorfer Grundschule : Lichtorgel erinnert an Schul-Namensgeber Franz Vaahsen

Wenn die Franz-Vaahsen-Grundschule im nächsten Jahr eine neue Turnhalle bekommt, soll ein Kunstobjekt vor dem Eingang stehen. Ein Berliner Künstler will mit dem Objekt an den Namensgeber erinnern.

Die  Franz-Vaahsen Grundschule in Wittlaer wird sich in den kommenden Monaten stark verändern. Bis Spätsommer 2019 erhält sie eine neue Sporthalle, die Mensa wird erweitert. Und dabei soll es nicht bleiben. Auf Anregung von Schulleiter Jan von der Gathen hat die Kunstkommission einen Wettbewerb für ein Kunstobjekt zur Bereicherung des Schulhofes ausgeschrieben.

Vergangene Woche wurde der Sieger aus acht Entwürfen gekürt. Jeder der teilnehmenden Künstler hatte zuvor das Schulgelände besichtigt und mit Schülern und Lehrern der Einrichtung gesprochen. „Die Künstler sollten sich einen Eindruck der Schulatmosphäre machen“, sagt von der Gathen. Schließlich soll das entsprechende Kunstobjekt nicht im luftleeren Raum, sondern in Interaktion mit der Kultur der Schule stehen. So war es für die Kommission keine leichte Aufgabe, den besten Entwurf zu finden. „Wir haben viele Stunden sehr gründlich darüber diskutiert“, sagt Jörg-Thomas Alvermann, Vorsitzender der Kommission. Am Ende fiel die Wahl dennoch mit großer Mehrheit auf  eine Lichtorgel des Berliner Künstlers Moritz Hirsch.

Ausschlaggebend war die Geschichte hinter der Idee. Denn die Lichtorgel soll Franz Vaahsen, den Namensgeber der Schule, würdigen. Der Priester beteiligte sich während des Nationalsozialismus  an den Treffen des Kerzenkreises, einer Widerstandsgruppe. Durch seine an einen Widerstand aus der Physik erinnernde Optik soll die Orgel diesen Hintergrund an den Betrachter transportieren. Auch die  Melodie, die die  Orgel mit ihren Farben spielt – „Die Gedanken sind frei“ – erinnert an den Widerstand gegen die Nationalsozialisten, in deren Gefängnis Vaahsen 1944  starb. 

Schulleiter von der Gathen überzeugte vor allem die Mehrdimensionalität der Botschaft. Denn einerseits spricht die Lichtorgel durch ihre bunten Farben die Kinder der Grundschüler an, zum anderen ist ihre Bedeutung nicht auf den ersten Blick ersichtlich. „Es ist herausfordernd, weil sich das Kunstwerk nicht sofort erschließt“, sagt von der Gathen. Bis zur Eröffnung der Turnhalle soll das Objekt fertiggestellt werden, die Kosten für das Projekt betragen 90.000 Euro.