Beleidigung und Bedrohung: Prozess am Landgericht gegen 46-Jährige aus Kaiserswerth

Landgericht Düsseldorf : Prozess um Beleidigung von Nachbarn

Eine 46 Jahre alte Kaiserswertherin will gegen ihre Verurteilung vorgehen. Sie sollte 1700 Euro Strafe bezahlen, weil sie ihre Nachbarn beleidigt und bedroht hatte.

Als Autorin war eine 46-Jährige laut eigener Internet-Darstellung einst sogar für den Düsseldorfer Literaturförderpreis vorgeschlagen worden. Doch ihre Nachbarn in Kaiserswerth kennen die angebliche Literatin von einer anderen, eher unprosaischen Seite. Wegen wüster Beleidigungen und Bedrohungen von Anwohnern ist die Frau vom Amtsgericht zuletzt zu insgesamt 1700 Euro Strafe verurteilt worden. Dagegen legte sie Protest ein, aber kurz bevor die Richterin gestern darüber verhandeln konnte, meldete sich die Autorin krank. Damit ist der Prozesstermin aufgeschoben, wann der Neustart ansteht, ist noch unklar.

Ein Anwohner zeigte mit Handyvideos, wie sich die 46-Jährige im Innenhof eines Wohnkomplexes im Sommer 2018 verhalten haben soll. Lauthals kreischend forderte die Frau in der Videoaufnahme, man möge sie „endlich in Ruhe lassen“, titulierte einen Nachbarn als „Verlierer“ und „Vollidiot“. Eine Rentnerin mit Hund soll sie zudem angeherrscht haben: „Ich hau’ Dir auf die Fresse!“ Und ein 64-Jähriger vom gegenüberliegenden Haus soll von der Literatin nicht nur massiv beschimpft, sondern auch bedroht worden sein, mit den Worten: „Dich bringe ich auch noch um!“ Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin zwei gesonderte Strafbefehle gegen die 46-Jährige erwirkt, einen über 800 Euro wegen Bedrohung, einen zweiten über 900 Euro wegen Beleidigung und Bedrohung.

Die Zeugen waren gestern pünktlich im Amtsgericht, erfuhren dort aber, dass sich die Autorin vor zwei Tagen krank gemeldet habe. Die 46-Jährige hat offenbar ihre Wohnung in Kaiserswerth Ende April geräumt. Sie soll die Rheinseite gewechselt und nun in Oberkassel ein neues Quartier bezogen haben.

(wuk)
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