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Düsseldorf: Beim Bummeln gibt's Werbung aufs Handy

Düsseldorf : Beim Bummeln gibt's Werbung aufs Handy

Bei mehr als 70 Düsseldorfer Geschäften werden Kunden nun mit elektronischer Werbung auf dem Smartphone angelockt. Das Düsseldorfer Projekt ist der deutschlandweit erste Großversuch.

Zwei Düsseldorfer Mobilfunkunternehmen gehen bei mobiler Werbung in der Landeshauptstadt neue Wege. Jetzt ist ein deutschlandweit einzigartiger Pilotversuch gestartet. Dabei wird Kunden gezielt Werbung von Einzelhändlern auf das internetfähige Handy geschickt. "Wir haben in mehr als 70 Düsseldorfer Geschäften sogenannte Beacons installiert. Das sind kleine Sender, die Nachrichten auf Smartphones verschicken", erklärt Hermann Lichte von der Firma Net-M. Die deutsche Tochter des japanischen Mobilfunkkonzerns NTT Docomo ist für die technische Umsetzung des Pilotprojektes verantwortlich. Versendet wird Werbung per Bluetooth. Die Sender haben eine Reichweite von zwei bis 15 Metern und sind in den Ladenlokalen verdeckt installiert. So sollen Passanten schon beim Bummeln in der Fußgängerzone auf besondere Angebote in Läden hingewiesen werden. Die Offerten erreichen den Kunden durch eine kurze Nachricht, vergleichbar mit einer E-Mail oder SMS-Kurznachricht. Beim Anklicken gibt es mehr Informationen.

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Kunden, die das Werbeangebot nutzen wollen, müssen eine App, ein kleines kostenloses Computerprogramm, für diesen Service auf ihrem Handy installieren. Diese sind bei Apple-Geräten im App-Store, bei Android-Geräten im Playstore erhältlich. Zur Verfügung gestellt wird die Software von der Düsseldorfer Firma Gettings. Das Start-up-Unternehmen hat etwa 30 Mitarbeiter und ist eine Tochterfirma des Düsseldorfer Mobilfunkers E-Plus. "Gefunden werden kann die App mit dem Suchwort Gettings", sagt dessen Marketingchef Tobias Dupius.

Das Projekt ist vor einigen Tagen gestartet. Die große Frage ist, wie es bei den potenziellen Nutzern ankommt. Denn bislang haben viele die nicht gerade akkuschonende Bluetooth-Funktion ihrer Mobiltelefone in der Regel ausgeschaltet. "Nach unseren bisherigen Kenntnissen hat etwa jeder fünfte Nutzer diese entsprechende Funktion eingeschaltet. Außerdem nutzen wir die Variante Bluetooth low Energie, die den Akkuverbrauch gering hält", sagt Lichte.

Erste technische Probleme gab es mit der Reichweite. So seien etwa wärmedämmende Scheiben ein großes Problem in der Anfangsphase gewesen. Das Problem, dass Kunden wie beim E-Mail-Spam mit Reklame überschüttet werden könnten, haben die Projektmanager erkannt. So gibt es für jedes Beacon und jeden Einzelhändler eine Obergrenze von zu versendenden Nachrichten. Außerdem können Handy-nutzer die Bluetooth-Funktion deaktivieren, wenn sie auf jeden Fall Ruhe haben wollen.

Das Projekt wird von der Ludwig-Maximilians-Universiät München durch eine Studie begleitet. Erste Ergebnisse der Studie werden Anfang 2015 erwartet. Neben vielen lokalen Partner (wie Lilou oder fresh & go) nehmen auch nationale Marken wie SportArena, Görtz, Tamaris, Promod, Sidestep oder Gravis teil.

(RP)