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Bei Verkehrskontrolle Polizisten gerammt.

Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf : Polizisten angefahren – 3,5 Jahre Haft

Der junge Mann sollte Ende April frühmorgens am Ständehaus via Verkehrskontrolle überprüft werden, gab aber Gas, fuhr auf einen der Polizisten zu, der sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte.

(wuk) Als schwere, lebensbedrohliche Straftat hat das Amtsgericht den Angriff eines 24-jährigen Autofahrers auf einen Polizisten geahndet. Der junge Mann sollte Ende April frühmorgens am Ständehaus via Verkehrskontrolle überprüft werden, gab aber Gas, fuhr auf einen der Polizisten zu, der sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte. Der Angeklagten wollte das nun verharmlosen und auf seinen Alkohol- und Drogenkonsum schieben. Doch die Richter schickten ihn für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.

Anfangs stand der 24-Jährige sogar unter Verdacht eines Mordversuchs. Angeklagt wurde er nun aber lediglich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht und einer extremen Art des Widerstands – da er den Polizisten „in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung“ gebracht habe. Über seinen Anwalt ließ er vortragen, er habe mit dem Wagen seiner Freundin nicht auf den Polizisten draufgehalten, sondern sei bewusst vorbeigefahren. Warum er nicht gestoppt hat, wie der uniformierte Beamte mit Leuchtweste und Haltekelle signalisiert hatte, erklärte er so: Er sei nach einer Altstadtfeier am Tag vor seinem 24.Geburtstag wegen einer teils noch offenen Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren Haft „auf der Flucht“ gewesen.

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Im Vorbeifahren hatte er mit dem Auto noch die Hand des Polizisten touchiert, den Beamten leicht verletzt, bevor er mit hohem Tempo via Kniebrücke davongerast war. Kurz danach konnte der 24-Jährige aber festgenommen und in U-Haft gebracht werden. Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. Anhaltspunkte dafür, dass der Angeklagte durch Alkohol- und Kokainkonsum nur eingeschränkt schuldfähig gewesen wäre, sahen die Richter nicht. Der Verteidiger des 24-Jährigen hat gegen das Haft-Urteil bereits Berufung angekündigt.