Düsseldorf: Behörden streiten um Tempo auf der B8n

Düsseldorf : Behörden streiten um Tempo auf der B8n

Die Stadt Düsseldorf und der Straßenbaubetrieb des Landes wollen die Höchstgeschwindigkeit auf der neuen Strecke von 80 auf 100 km/h erhöhen. Doch die Anordnung der Bezirksregierung dafür fehlt, sagt "Straßen.NRW".

Es ist ein gemütliches Rollen auf der B 8n zwischen Düsseldorf und Duisburg. So gemütlich, dass angesichts der perfekt ausgebauten Strecke - der Verkehr wird zweispurig in jede Richtung geführt -, die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wie ein Schlafwagentempo wirkt. Deswegen kam gleich nach dem letzten Lückenschluss im Sommer 2012 eine Diskussion darüber auf, dass auf der B 8n Tempo 100 erlaubt sein sollte, zumal die meisten Autofahrer ohnehin bereits mit 90 bis 100 km/h durch die Landschaft fuhren. Die Debatte war kurz, denn ausnahmsweise waren sich einmal alle einig: die Politiker, die Experten der Stadtverwaltung, die Bürger ohnehin. Aber: Getan hat sich seitdem nichts: Auf der B 8n stehen immer noch Schilder mit der Aufschrift 80.

Warum? Für Roland Hahn, den stellvertretenden Chef des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement, sitzen die Blockierer beim Straßenbaubetrieb des Landes. Der sei der Baulastträger, und nur weil an der Anschlussstelle Kalkumer Schlossallee sowie am Autobahnkreuz Duisburg-Süd noch gebaut werde, weigere man sich, das höhere Tempo auf der freien Strecke zuzulassen. Hahn: "Wir würden es begrüßen, wenn umgehend hinter der Abfahrt Kaiserswerth Richtung Norden Tempo 100 erlaubt würde. Der Ausbaustandard gibt es her und hinter der Abfahrt Am Spielberg geht es auch nicht mehr um Lärmschutz, weil dort niemand wohnt." Der Stadt selbst seien die Hände gebunden.

Der gescholtene Straßenbaubetrieb NRW gibt den Schwarzen Peter weiter: "Inhaltlich können wir die Position der Stadt Düsseldorf nachvollziehen und würden sofort Tempo 100 umsetzen. Aber dafür muss die Bezirksregierung Düsseldorf erst einmal die höhere Geschwindigkeit anweisen", sagt Pressesprecher und Projektleiter Frank Hausendorf. Die Behörde wolle dies aber nicht, solange an Einzelstellen der Bundesstraße noch gebaut wird, "und genauso lange ist die B 8n für sie kein durchgehender Streckenzug", sagt Hausendorf. Pech für Düsseldorf: Die Arbeiten können noch bis Mai/Juni andauern.

Der Fingerzeig der Bezirksregierung wiederum komplettiert den Behördendreikampf. Von der Cecilienallee weist Sprecher William Wolfgramm nämlich zum Ausgangspunkt und damit zur Stadtverwaltung: "Für die Festsetzung der Höchstgeschwindigkeit ist die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Düsseldorf zuständig." Es könne höchstens sein, dass man als Aufsichtsbehörde eingeschritten sei, aber das könne er sich nicht vorstellen. Eine Klärung dieser Frage soll diese Woche erreicht werden.

Eine ähnliche Heraufsetzung der Geschwindigkeit hatte es im Rheinufertunnel gegeben. Aus gleichen Gründen wurde dort von 60 auf 70 km/h erhöht und zugleich an mehreren Stellen eine Überwachsungsanlage installiert. Die hält Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement aber auf der B 8n nicht für erforderlich. Die Verkehrssituation im Tunnel sei völlig anders als das Fahren durch die Felder.

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