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Haltestellen-Markierungen: Behörden-Posse um gelbe Linien

Haltestellen-Markierungen : Behörden-Posse um gelbe Linien

Die Bezirksregierung hat die Stadtverwaltung angewiesen, die Haltestellen-Markierung auf der Benderstraße zu ändern. Vor dem Start des Pilotprojektes gab es keine Abstimmung zwischen den Behörden, wie die Straßenverkehrsordnung zu berücksichtigen ist.

Das Pilotoprojekt Yellow Box für mehr Sicherheit an Haltestellen musste bereits wenige Tage nach seinem Start die Farbe wechseln: Statt der gelben Markierungen prangen jetzt weiße Zickzacklinien auf der Fahrbahn der Benderstraße. Mit der Kennzeichnung sollen Autofahrer daran erinnert werden, dass sie nicht in den Bereich der Haltestellen fahren dürfen, wenn Fahrgäste ein- und aussteigen. In Düsseldorf halten sich erfahrungsgemäß Autofahrer oft nicht daran.

Keine Absprache

Der Grund für den Farbwechsel sind Unstimmigkeiten zwischen dem Düsseldorfer Amt für Verkehrsmanagement und der Bezirksregierung. Die hatte erst aus der Zeitung von dem Pilotversuch erfahren und Anstoß an der gelben Farbe genommen, weil sie nicht den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung entspricht. "Gelbe Markierungen sind ausdrücklich allein für Baustellen vorgesehen, sie setzen weiße Linien außer Kraft. Daher kann ein Autofahrer irritiert sein und seinen Wagen eventuell überhaupt nicht in den Haltestellenbereich steuern", erklärte Wolfgang Netzer vom Verkehrsdezernat der Bezirksregierung.

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Über die Befürchtungen ist Andrea Blome, Leiterin des Düsseldorfer Amtes für Verkehrsmanagement, überrascht. "In der Straßenverkehrsordnung ist eine Kennzeichnung der Haltestellen nicht vorgesehen. Da es sich bei der Yellow Box um ein Pilotprojekt handelt, das Erfahrungen aus anderen Städten einbezieht, wollten wir die Flächen möglichst einprägsam gestalten", sagte Blome. Zu dem gelben Haltestellensymbol, das auf die Fahrbahn gemalt wurde, sollte es gleichfarbige Einrahmungen des Haltestellenbereichs geben.

Die hat das Amt für Verkehrsmanagement jetzt nach einer Besprechung mit der Bezirksregierung durch eine weiße Zickzacklinie ersetzt. "Die ist bereits in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen, wenn beispielsweise ein Halteverbotsbereich besonders kenntlich gemacht werden soll", erläuterte Netzer. Das Haltestellensymbol könne als zusätzlicher Hinweis angesehen werden und sei daher erlaubt.

Wie die Markierung letztlich aussieht, ist für Andrea Blome nicht so wichtig wie der Versuch selbst, den Haltestellenbereich für Fahrgäste sicherer zu machen und dazu Autos hinter der haltenden Bahn zu stoppen, um Beinahe-Unfälle zu vermeiden. "Ein Ingenieurbüro beobachtet, ob die Lösung ankommt und die Markierung beachtet wird", so Blome. Wann das Ergebnis vorliegt, sei noch unklar. Die Bezirksregierung ist an einer Auswertung interessiert. "Wir müssen dann prüfen, ob es sinnvoll ist, eine Markierung in der Straßenverkehrsordnung zu verankern", sagt Netzer. Alleingänge in einer Stadt würden Autofahrer nur verunsichern.

(RP)