Düsseldorf: Befürchtetes Flughafen-Chaos blieb aus

Düsseldorf: Befürchtetes Flughafen-Chaos blieb aus

In den Osterferien werden rund eine Million Fluggäste am Düsseldorfer Flughafen erwartet. Wegen möglicher Personalengpässe bei der Sicherheitsfirma Kötter wurden gestern lange Warteschlangen befürchtet. Jedoch zu Unrecht.

Deutlich entspannter als befürchtet ging gestern am Düsseldorfer Flughafen der Start in die Osterferien vonstatten. Im Vorfeld hatten Experten erwartet, dass es wegen des Ferienbeginns und möglicher Personalengpässe bei der Sicherheitsfirma Kötter an einem der verkehrsstärksten Tage des Jahres zu Wartezeiten und Problemen bei der Sicherheitskontrolle kommen könnte, so wie es in den Sommerferien und zuletzt im September zeitweise der Fall gewesen ist.

Am frühen Morgen aber war gestern ganz normaler Betrieb, weder in der Abflughalle noch vor den Sicherheitsschleusen gab es Schlangen und auch an der Sondergepäck-Abgabestelle war nicht mehr zu tun als sonst, sagte ein Mitarbeiter. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch Flughafen-Sprecher Thomas Kötterin einem ersten Zwischenfazit: "Wir sind wunderbar in den Tag gestartet. Bislang gab es fast keine Verspätungen."

Positiv war die Stimmung auch bei der Sicherheitsfirma Kötter. "Aus unserer Sicht ein gelungener Ferienstart", sagte Unternehmenssprecher Carsten Gronwald. Kötter hatte die befürchteten Personalprobleme noch rechtzeitig in den Griff bekommen - auch durch die Mithilfe anderer Unternehmen und des Flughafens Köln/Bonn, an dem das Unternehmen ebenfalls für die Sicherheitskontrollen zuständig ist.

In den Osterferien stehe nun mehr Personal zur Verfügung als ursprünglich geplant. 100 zusätzliche Luftsicherheitsassistenten wurden eigentlich gebraucht, nun seien sogar 130 Kräfte mehr im Einsatz. "Wir haben unsere Planungen also übererfüllt."

In den zweiwöchigen Osterferien werden rund eine Million Fluggäste sowie etwa 8880 Starts und Landungen erwartet. An diesem Wochenende rechnet der Flughafen mit etwa 204.000 Passagieren. Allein für gestern, den wohl passagierreichsten Tag, lagen die Planungen bei ungefähr 74.000 Passagieren auf 590 Flügen. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Tag zählt der größte Airport Nordrhein-Westfalens rund 67.400 Fluggäste.

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Als die Schule vorbei war und viele Eltern mit ihren Schulkindern anreisten, wurde es zum Mittag hin wie erwartet etwas voller im Flughafen. "Es läuft aber immer noch alles so, wie wir es uns vorgestellt haben", sagte Kötter-Sprecher Gronwald am Nachmittag.

Die Bundespolizei hatte am Donnerstag ebenfalls noch einmal allen Fluggästen geraten, wegen der beginnenden Urlaubszeit genügend Zeit einzuplanen.

Die Flugreisenden handhabten es gestern früh mit ihrem eingeplanten Zeitpuffer jedoch unterschiedlich. "Wir haben über den Ferienanfang gar nicht nachgedacht und sind deshalb nicht einmal früher als sonst auch gekommen", sagte Katrin Heuser aus Jena, die mit ihrer Tochter in die Dominikanische Republik geflogen ist. Sie waren um 7 Uhr am Flughafen, um neun Uhr ging ihr Flieger. Ähnlich entspannt waren zwei junge Düsseldorferinnen mit dem Reiseziel Helsinki, die ebenfalls nicht mehr Zeit eingeplant hatten.

Wesentlich früher angereist waren dagegen Ulf Preuss und seine Frau mit ihrem Enkelkind. Ihr Flieger ins ägyptische Hurghada ging zwar erst um 11.40 Uhr, "wir waren aber vorsichtshalber schon um 7.15 Uhr hier", sagte der 69-Jährige. Die Familie hatte Glück, dass ihr achtjähriger Enkel von seinem Schulleiter die Erlaubnis bekommen hatte, schon gestern Morgen fliegen zu dürfen. "Durch den einen Tag haben wir 200 Euro in der Reisekasse gespart", sagte Preuss.

Für morgen Vormittag rät Flughafensprecher Thomas Kötter Reisenden aber noch einmal, etwas mehr Zeit für den Check In einzuplanen: "Wir gehen davon aus, dass es wieder voll wird."

(ate)