Geplanter Abriss: Tausendfüßler: Frist läuft ab

Geplanter Abriss : Tausendfüßler: Frist läuft ab

Das Düsseldorfer Rathaus hat seine Stellungnahme für den geplanten Abriss der denkmalgeschützten Hochstraße Tausendfüßler fristgerecht beim Landesministerium für Bauen, Verkehr, Wirtschaft, Energie und Wohnen abgegeben.

Das bestätigte Ministeriumssprecherin Heike Dongowski auf RP-Anfrage. Die Frist endet heute (Dienstag). Außer der Stadt Düsseldorf können auch die Obere Denkmalschutzbehörde der Bezirksregierung und das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland ihre Positionen darlegen, bevor Minister Harry K. Voigtsberger (SPD) über den Abriss entscheidet.

Dieses Verfahren hatte im Juli der Landeskonservator Udo Mainzer eingeleitet. Er hatte einen Antrag der Stadt, den Tausendfüßler im Rahmen des städtebaulichen Großprojekts Kö-Bogen abreißen zu dürfen, abgelehnt und den Ministerentscheid herbeigeführt. Nun wird Voigtsberger entscheiden, ob das Denkmal abgerissen werden darf oder nicht. Den Stellungnahmen folgt in drei bis vier Wochen ein Anhörungstermin mit allen Beteiligten vor Ort. Danach wird es laut Dongowski weitere vier Wochen dauern, bis die Auswertungen auf den Tisch des Ministers kommen. Mit einer Entscheidung wird vor Weihnachten gerechnet.

"Wir haben in unserer Stellungnahme noch mal das gesamte Verfahren dargestellt — die EU-weite Ausschreibung, den Wettbewerb", sagt Elbers. "Vor allem haben wir die Vorteile und städtebaulichen Chancen beschrieben, die sich durch den Abriss und den Bau der Wehrhahn-Linie ergeben." Beim zweiten Teil des Kö-Bogens ist geplant, den Tausendfüßler abzureißen und den Autoverkehr in Tunnel zu leiten. Oberirdisch soll ein Boulevard mit 300 Platanen entstehen, die Tuchtinsel wird neu bebaut, am Rand des Gründgens-Platzes sind neue Baufelder vorgesehen.

Sollte Voigtsberger der Argumentation der Stadt folgen, dass nämlich das übergeordnete Interesse schwerer wiegt als der Schutz des Denkmals, kann das Rathaus seine Pläne ohne weitere Hürde umsetzen. Schließt der Minister sich dem Landeskonservator Mainzer an, könnte die Stadt noch beim Verwaltungsgericht dagegen klagen. Letzte Instanz wäre das Oberverwaltungsgericht in Münster.

(RP)