Kö-Bogen-Bau: Pflaster-Test auf dem Schadowplatz

Kö-Bogen-Bau : Pflaster-Test auf dem Schadowplatz

Das war wohl nicht im Sinne der Experten im Rathaus: Der erste gepflasterte Bereich der insgesamt 350 Quadratmeter großen Fläche, auf der auf dem Schadowplatz in den nächsten Monaten verschiedene Steinplatten-Arten für den Kö-Bogen auf ihre Belastbarkeit getestet werden sollen, war umgehend zugeparkt.

"Das ist natürlich nicht Sinn der Sache", sagte Verkehrsdezernent Stephan Keller auf RP-Anfrage und versprach, die Situation umgehend zu prüfen.

Eigentlich sollen dort sieben verschiedene Pflastersteine, jeweils auf 50 Quadratmetern verlegt, von 15. Oktober bis Januar einem "Stresstest" unterzogen werden. Was niemand bestätigt, aber im Hintergrund steht: Der Ärger rund ums Altstadtpflaster soll sich beim Kö-Bogen nicht wiederholen. In den besagten Wochen werden Baustellenlaster über die Steine rollen. Später wird dort der Weihnachtsmarkt aufgebaut — und das Pflaster einem wilden Mix aus verschüttetem Glühwein, Currywurst- und Pommesresten ausgeliefert. Bis dann wieder Lastwagen anrollen, um die Buden abzubauen.

Oberbürgermeister Dirk Elbers ermuntert die Bürger, die Steine durchaus zu strapazieren: "Wir wollen die Menschen mitnehmen. Sie sollen die Platten anschauen, drüberlaufen, herumspringen." Selbstverständlich werde noch ein entsprechendes Schild angebracht.

Im Juli hatten die Mitglieder der Kleinen Kommission Kö-Bogen aus insgesamt 21 Pflasterarten sieben ausgewählt: drei aus Naturstein, vier aus Betonstein. Darunter ist auch der "Herschenberger Granit", jener Naturstein, der sich bereits seit Jahrzehnten auf den Bürgersteigen der Königsallee bewährt (ca. 300 Euro pro Quadratmeter). Er soll von der Kö bis vor die beiden Libeskind-Gebäude entlang der Hofgartenkante fortgeführt werden. Die restlichen Bodenflächen der insgesamt etwa 18 000 Quadratmeter beim ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens — also Schadowstraße und Schadowplatz — sollen mit Betonstein (ca. 50 Euro pro Quadratmeter) gepflastert werden. Bei den Testflächen ist auch ein heller Stein namens "Rheinkiesel" dabei.

"Wir wollen einfach sehen, wie sich die Materialien unter normalen Bedingungen bewähren", sagt Keller. Bis Januar bleiben die Platten liegen, dann werden die Ergebnisse ausgewertet. "Die zuständigen Gremien haben danach darüber zu entscheiden, welcher Stein genommen wird."

(RP)
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