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Vorarbeiten für Kö-Bogen-Bau: Neue Gleise für ein City-Nadelöhr

Vorarbeiten für Kö-Bogen-Bau : Neue Gleise für ein City-Nadelöhr

Tag und Nacht nonstop arbeiteten Bauarbeiter an der Verlegung eines neuen Gleisbetts von der Elberfelder Straße bis zur Heinrich-Heine-Allee. Es sind Vorarbeiten für die Errichtung der Tunnel-Rampe zum Kö-Bogen. Montagmorgen sollen die ersten Bahnen wieder planmäßig fahren.

Der Zeitplan war eng, die Arbeiten gewaltig und die Begleitumstände schwierig: Nur vier Tage und fünf Nächte hatten die Verantwortlichen der Baustelle mitten im Herzen der Stadt Zeit. Um alles zu schaffen, mussten bis zu 60 Schweißer, Eingleiser, Leitungskräfte und Straßenarbeiter in der Nacht zu Donnerstag pünktlich beginnen.

Am heutigen Morgen, nach genau 100 Stunden Arbeit nonstop, soll die erste Bahn über das neue Gleis fahren, das auf der Elberfelder Straße bis zur Heinrich-Heine-Allee verlegt worden ist. Der Grund: Die Arbeiten am benachbarten Kö-Bogen gehen unaufhaltsam weiter und schon Ende des Jahres soll die Ausfahrt-Rampe mitten auf der Elberfelder Straße gebaut werden.

Dsa erste Sperrwochenende der Elberfelder Straße wird aber nicht das letzte sein. Anfang November wird es für Gleisverlegungen erneut eine Komplettsperrung der Elberfelder Straße geben. "Das soll vor dem Weihnachtsgeschäft alles fertig sein", kündigt Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, an. Klar ist aber auch: Bis 2014, wenn Kö-Bogen und Wehrhahnlinie fertig sein werden, wird die Landeshauptstadt eine große Innenstadtbaustelle sein.

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Gestern Nachmittag jedenfalls entspannten sich die Gesichter der Verantwortlichen, denn es wurde klar: Der enge Zeitplan kann gehalten werden. Heute morgen um fünf Uhr sollten die ersten Bahnen auf den neuen Gleisen von der Elberfelder kommend in Richtung Altstadt problemlos fahren. "Es hat an den vergangenen Tagen alles wunderbar geklappt, ohne dass es größere Zwischenfälle gegeben hat", sagte Blome.

Vor allem am Samstagabend war es eng geworden. Die Heinrich-Heine-Allee war ab der Theodor-Körner-Straße in Richtung Norden, gesperrt. In südliche Richtung ging es nur einspurig vorwärts. Und das an einem sonnigen Samstag, den viele zum Einkaufen rund um Kö, Schadowstraße und Altstadt nutzten. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus, nur hin und wieder stauten sich auf der Heine-Allee einige Fahrzeuge an den Engpässen.

Die Gleisbauarbeiter störte es wenig. Die beiden ursprünglich auf der "Kaufhof-Seite" der Elberfelder Straße gelegenen Gleise mussten auf die andere Seite neben das Steigenberger Parkhotel gesetzt werden und dann mit einer Kurve auf die Heine-Allee zum Anschluss an das dortige Gleisbett. Dabei machten Baustellenleiter Jörg Heinecke und seine Mitarbeiter einen Unterschied. Ein Gleis im Schatten des Steigenberger wurde "endgültig" gelegt. Dafür wurden die Schienen in ein Gummibett gesetzt, die Fahrt der Bahn dort gilt deshalb künftig auch als besonders geräuschvermindert.

Das andere Gleis ist ein Provisorium für drei Monate, denn: Anfang November wird das Gleis wieder zurück auf die "Kaufhof-Seite" gelegt, dann, wenn dort alle Leitungen und Schächte für den Kö-Bogen im Untergrund gesetzt sind. Dafür werden wieder die Sperrungen nötig sein.

Die Elberfelder Straße links und rechts begrenzend, wird dann im November in der Mitte mit dem Bau des Ausfahrt-Tunnels für den Kö-Bogen begonnen, sagt Heinecke. Und dann heißt es erst mal abwarten, denn dieser Bereich der Elberfelder Straße wird endgültig nur noch einmal Besuch von den Bauarbeitern bekommen: Wenn 2014 die Wehrhahn-Linie ihren Betrieb unterirdisch aufnimmt, werden oberirdisch die beiden Gleisstränge abgebaut. Für immer.

Bis dahin muss die Rheinbahn wegen diverser Baustellen für Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie aber noch zahlreiche Umleitungen fahren wie an diesem Wochenende. Die Fahrer haben die Anweisung, andere Fahrstrecken oder andere Endpunkte der Bahnen über den Lautsprecher für die Fahrgäste zu verkünden. Es klappt, sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Meistens. Einige Gäste der Rheinbahn klagten am Samstag über mangelnde Informationen in den Linien, die an der Pempelforter Straße endeten. Es ging nicht mehr weiter, und Infos zu Umsteigemöglichkeiten habe es nicht gegeben.

CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk weiß um Beschwerden, die es bei jedem großen städtebaulichen Projekt gibt. Doch er ist sicher, dass die große Mehrheit der Bürger die Unannehmlichkeiten akzeptiert. "Das ist absolut vertretbar." Die Rheinbahn- und das Wehrhahnlinienteam hätten ihre Informationspflicht deutlich verbessert.

(RP)