Tausendfüßler: Minister entscheidet im Dezember

Tausendfüßler : Minister entscheidet im Dezember

Bis spätestens Mitte Dezember soll die Stadt Düsseldorf Klarheit haben, ob sie die denkmalgeschützte Hochstraße Tausendfüßler abreißen darf oder nicht. Zuvor werden sich alle Beteiligten vor Ort ein Bild der Situation machen.

Mit dabei sein werden der Landeskonservator, der den Abriss ablehnt und einen Ministerentscheid eingeleitet hat, Vertreter von Stadt, Bezirksregierung und des entscheidenden Bau- und Verkehrsministers Harry K. Voigtsberger (SPD).

"Der Vor-Ort-Termin soll in der ersten Novemberhälfte stattfinden — der Entscheid soll dann voraussichtlich innerhalb von vier Wochen nach dem Termin gefällt werden", sagte Heike Dongowski, Vize-Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage der Rheinischen Post. Sie dementierte Gerüchte, wonach die Entscheidung Voigtsbergers in der Sache bereits feststehe und er gegen einen Abriss stimmen wolle, weil die Stadt mit dem Fällen von Bäumen im Hofgarten bereits Fakten geschaffen habe: "Keine Verärgerung, kein neuer Verfahrensstand", sagte Dongowski zur Stimmungslage im Ministerium.

Der Vorwurf, die Stadt schaffe mit den Baumfällungen Tatsachen und greife dem Entscheid des Ministers vor, kommt aus den Ratsfraktionen von SPD und Grünen. Verkehrsdezernernt Stephan Keller hatte jedoch bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung 1 am 23. September deutlich gemacht, dass das Fällen besagter 19 Bäume zum ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens gehöre, es dafür auch einen entsprechenden Ratsbeschluss gebe. Der Minister entscheidet jedoch über den Abriss des Tausendfüßlers, und der ist erst im zweiten Bauabschnitt vorgesehen. Gestört hat Rot-Grün offenbar auch, dass Ersatzpflanzungen auf der Fläche des Tausendfüßlers vorgesehen sind. Doch auch in diesem Punkt hatte Keller betont, dass dies zwar der ursprünglichen Planung entspreche, aber ein neuer Ort für die Ersatzpflanzungen gesucht werde, wenn dies nicht möglich sei.

Auf RP-Anfrage verwies Keller gestern auf besagte Sitzung der Bezirksvertretung: "Im laufenden Verfahren möchte ich mich dazu nicht äußern."

(RP)