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Weiher Landskrone: Kö-Bogen: Niedrigwasser im Park

Weiher Landskrone : Kö-Bogen: Niedrigwasser im Park

Das Wasser im Weiher Landskrone im Hofgarten ist abgesenkt, damit neue Kanalrohre für die Durchleitung der Düssel eingebaut werden können. Bei den Erdarbeiten legten Archäologen Mauern aus dem 18. Jahrhundert frei, die dort nicht vermutet worden waren.

Der Weiher Landskrone gleicht in einigen Bereichen einem Tümpel, vor allem rund um die Schwaneninsel neben der Goldenen Brücke. Die Uferflächen ragen mehr als einen Meter über der Wasseroberfläche empor, Enten und Gänse können in dem Flachwasser nicht schwimmen.

Ursache sind nicht Launen der Natur, sondern die Arbeiten für den Autotunnel des Kö-Bogens. Für die neuen Rampen muss der Durchlauf der Düssel zur Landskrone geändert werden. Damit den Arbeitern beim Umbau das Wasser nicht bis zum Hals steht, wurde der Weiher abgesenkt und die Düssel gedrosselt.

"Der jetzige, fünf Meter breite und drei Meter hohe unterirdische Durchlass, durch den die Düssel von der Goltsteinstraße her in die Landskrone fließt, stört beim Errichten der Schlitzwände für die Tunnelrampe", erklärt Heinrich Labbert, Projektleiter für die Tunnel des Kö-Bogens beim Amt für Verkehrsmanagement. Das Wasser des Flusses müsse in zwei übereinander liegende Rohre mit 60 Zentimeter Durchmesser gezwängt werden. Um diese Rohre herum könnten die Bagger dann das Erdreich für die Schlitzwände des Tunnels graben.

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Um die Rohre montieren zu können, muss der Düssel-Durchlass trockengelegt werden. Mit einem hohen Aufwand: "Taucher haben zwei Tage lang kleine Staudämme gebaut, die jetzt das Wasser abhalten", so Labbert. Damit dies leichter bewerkstelligt werden kann, "muss der Wasserstand niedrig sein", erklärte Labbert. Jedoch sei der Düsselzufluss nicht völlig gestoppt.

Ein Rest des Wassers werde über separate Schlauchleitungen in den Weiher Landskrone gepumpt. Die Düssel wird an dieser Stelle aber nicht auf Dauer in den Rohren bleiben. Wird der zweite Bauabschnitt des Kö-Bogens verwirklicht und die Hochstraße Tausendfüßler abgerissen, wird ein neuer, sichtbarer Durchlass für den Fluss gebaut.

Alte Düsselbrücke

Der Abriss des Düssel-Durchlasses ist für die Archäologen ein Glücksfall. Sie entdeckten beim Wegbaggern des Erdreiches alte Mauerteile. "Sie markieren den ursprünglichen Uferbereich des Hofgartens am Weiher Landskrone", erklärt Andreas Kupka, der für die Stadt die Ausgrabungsarbeiten koordiniert. Die Mauer trugen, so Kupka, die Widerlager für eine Brücke, die im 19. Jahrhundert über die Düsselmündung führte und die in alten Ansichten zu sehen ist.

Überraschend und spannend aber sind die Mauerreste, die in tieferen Schichten ans Tageslicht kamen. "Sie stammen bereits aus dem 18. Jahrhundert und fassen den Düssellauf seitlich ein", berichtet Iris Reuter, Projektleiterin der Ausgrabungsfirma Urban.

Weil es keine genauen Unterlagen über die Bauphasen in dieser Zeit gibt, rätseln die Archäologen noch über die Rolle, die die Mauern gespielt haben. "Möglicherweise gehörten sie zu Wällen und Wassergräben des Befestigungssystems der Stadt", schließt Kupka nicht aus. Denn in Höhe des heutigen Tausendfüßlers habe das Vorfeld der Befestigung begonnen. Der abgesicherte Zulauf der Düssel habe jedoch näher an der Altstadt gelegen.

Die Archäologen erhoffen sich in einigen Monaten nähere Aufschlüsse, wenn mit dem Bau des zweiten Autotunnels weiteres Erdreich abgetragen wird. Bis dahin wollen sie die Funde mit Hilfe von 3-D-Aufzeichnungen analysiert haben. Die Mauern, die wegen der Bauarbeiten eingeebnet werden müssen, wurden mit der modernen Technik dokumentiert.

(RP)