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U-Bahn-Bau: Halbzeit bei der Wehrhahn-Linie

U-Bahn-Bau : Halbzeit bei der Wehrhahn-Linie

2015 sollen die Züge der U-Bahn fahren. Der Bau geht in seinen unterschiedlichen Bereichen jetzt in neue Phasen. Auf der Ostachse wird bald die Tunnelröhre fertig, im Süden laufen die Rohbauarbeiten für die Bahnhöfe. Die Händler der Schadowstraße geben der Baustelle gute Noten.

Sechs Bahnhöfe und zwei Haltepunkte in der City — wenn die Wehrhahn-Linie unter der Düsseldorfer Innenstadt fertig ist, sollen einmal mehr als 53 000 Fahrgäste täglich die neue U-Bahn der Landeshauptstadt nutzen. Im Jahr 2007 war der Spatenstich für eines der größten Bauprojekte in der Düsseldorfer Nachkriegsgeschichte, dessen Kosten sich nach neuesten Berechnungen auf 748,1 Millionen Euro belaufen. Nach der Fertigstellung 2014 sollen ab 2015 die Züge zwischen dem S-Bahnhof Bilk sowie dem S-Bahnhof Wehrhahn rollen und so für schnellere Verbindungen in der City sorgen. Eine Halbzeitbilanz verdeutlicht, wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten sind.

Wo befindet sich zurzeit die Tunnelbohrmaschine Tuborine?

Nachdem die Arbeiten an der Südröhre zwischen Bahnhof Bilk und Benrather Straße abgeschlossen waren, begannen unter dem Corneliusplatz im April die Tunnelbohrungen in West-Ost-Richtung. Im Augenblick befindet sich die Maschine unter dem Tausendfüßler, also dort, wo später der U-Bahnhof Schadowstraße entstehen wird.

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Wann wird der Tunnel fertig sein?

Ursprünglich war vorgesehen, die Tunnelarbeiten im Oktober abzuschließen. "Wir gehen inzwischen davon aus, dass wir bereits im September mit dem Bau der Tunnelröhre fertig sind", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Dabei gilt der augenblickliche Röhren-Bauabschnitt als einer der anspruchsvollsten Teile des Projekts. Immerhin müssen dort die Arbeiten mit der Baustelle für den Kö-Bogen sowie dem neuen Straßentunnel koordiniert werden.

Wie weit sind die Arbeiten für die Bahnhöfe?

An der Ostachse werden momentan die Vorarbeiten für den Bahnhof Schadowstraße abgeschlossen. An der Südachse wurde schon mit den Rohbauarbeiten für die Stationen begonnen. So laufen am Kirchplatz die Aushubarbeiten für den Bahnhof. Am Graf-Adolf-Platz werden die Rohbauarbeiten bald starten. "Kommendes Jahr ist vorgesehen, im Südbereich mit dem Innenausbau der Bahnhöfe weiterzumachen", erklärt Gerd Wittkötter, Projektleiter der Wehrhahn-Linie.

Inwieweit muss an der Oberfläche weiter mit Beeinträchtigungen gerechnet werden?

Im Süden wird sich die Lage demnächst normalisieren. Nach den Aushub- und Kanalarbeiten wird der Verkehr am Kirchplatz wieder normal laufen. Ähnlich ist die Situation am Graf-Adolf-Platz, wo der Verkehr ebenfalls entlastet wird.

Wie wird sich die Lage auf der Schadowstraße entwickeln?

Dort werden zurzeit die Oberflächenarbeiten (etwa für Kanäle) vom Gehweg auf die Straßenmitte verlagert. "Das ist eine Erleichterung für uns", sagt Torsten Kruse, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof am Wehrhahn und Sprecher der Händlervereinigung City-Ring Schadowstraße. So sei gewährleistet, dass die Kunden auch weiterhin ohne Probleme zu den Geschäften kämen.

Welche Auswirkungen wird die neue U-Bahn für den Handel an der Schadowstraße haben?

Die Mehrheit der Händler an der belebtesten Einkaufsstraße Düsseldorfs steht hinter der Wehrhahn-Linie — trotz der Einschränkungen, die der Bau mit sich bringt. "Die Lage hat sich schon verbessert", sagt Torsten Kruse. Er und die anderen Geschäftsleute hoffen, dass die Schadowstraße später Fußgängerzone oder wenigstens verkehrsberuhigt wird. Eine politische Entscheidung dazu könnte 2012 fallen.

Liegen die Arbeiten im Zeitplan?

"Ja", sagt Projektleiter Wittkötter. Damit die Wehrhahn-Linie 2014 fertig ist und im Jahr darauf in Betrieb genommen werden kann, arbeiten rund 500 Arbeiter auf der Großbaustelle. Die Männer und Frauen sind an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im Einsatz.

(RP)