Bauprojekte: Düsseldorf will hoch hinaus

Bauprojekte: Düsseldorf will hoch hinaus

Auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real warb Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers für mehr Wohnbau in der wachsenden Landeshauptstadt. Er lobte auch ausdrücklich die Modernisierungspläne für das Dreischeibenhaus.

Die Worte wirkten beim Fachpublikum, das sich am neu gestalteten Stand drängte, den sich Düsseldorf mit 36 Partnern auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real teilt: "International, schuldenfrei, wirtschaftsstark und wachsend" — mit diesen Adjektiven warb OB Dirk Elbers für Düsseldorf, neben Großprojekten wie Kö-Bogen und Vodafone-Campus insbesondere für mehr Wohnungsbau. Schließlich erreicht Düsseldorf laut Prognosen in etwa 23 Jahren eine Einwohnerzahl von weit über 600 000. Und die Bauflächen sind begrenzt.

Auch deshalb setzt die Stadt verstärkt auf regionale Zusammenarbeit. Der Regio-Gipfel, zu dem sich am 22. September die OB und Landräte aus dem Rheinland getroffen hatten, wirkte auch auf der Expo Real nach: Neuss und Ratingen gehören zu den Partnern am Stand, der Niederrhein ist nebenan vertreten, ebenfalls der Kreis Mettmann.

Um die neue Harmonie zu demonstrieren, besuchte Elbers seine Amtskollegen von Köln, Jürgen Roters, und Bonn, Jürgen Nimptsch, eine Messehalle weiter. Dass die ihren Stand unter das Logo "Metropolregion Köln Bonn" stellten, obwohl das Ziel "Metropolregion Rheinland" heißt, wurde von Düsseldorfer Seite höflich übersehen. Im Mittelpunkt standen jedoch die Düsseldorfer Projekte:

Dreischeibenhaus Elbers lobte ausdrücklich das Engagement von Patrick Schwarz-Schütte, der mit seiner Firma "Black-Horse-Investment" und dem Projektentwickler Momeni das Denkmal nach dem Auszug von ThyssenKrupp gekauft hat und modernisieren wird. "Dass jemand in ein solches Wahrzeichen investiert, ist echtes bürgerliches Engagement", sagte Elbers und versprach Unterstützung. Schwarz-Schütte erklärte im Gespräch mit der RP, das markante Gebäude, das ausschließlich für Büros genutzt wird, von innen zu sanieren. Es werde klimatisch gedämmt und bekomme von innen eine moderne Fassade. "Das ist ein minimalster Eingriff", betonte Schwarz-Schütte. So bleibe das Außenbild erhalten, potenziellen Interessenten werde aber moderne Ausstattung geboten. Schwarz-Schütte plädiert für einen Abriss des Tausendfüßlers: "Als Projektentwickler ist man froh, wenn eine Stadt sich öffnet."

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Quartier M Das Gutachter-Verfahren für das 3,8 Hektar große Ex-Post-Areal zwischen Hauptbahnhof, Erkrather und Moskauer Straße ist fast abgeschlossen. Im November wird das Preisgericht entscheiden, welcher Entwurf zum Sieger gekürt wird. Laut RP-Informationen sind von zehn noch zwei Architektenbüros im Rennen. Einer ist der Berliner Architekt Jürgen Mayer H., der auch für den ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens einen Entwurf eingereicht hatte. Ihm werden gute Chancen eingeräumt. Auf dem Gelände soll ein Mix aus Wohnen und Arbeiten entstehen, vorgesehen sind auch bis zu drei Wohnhochhäuser mit je 90 Meter Höhe. Ein Drittel der Geschossfläche soll für preiswertes Wohnen vorgesehen sein.

Weitere Wohngebiete Auf dem Areal der Reitzensteinkaserne in Mörsenbroich entwickelt Pandion 350 Einfamilienhäuser und 700 Wohnungen. Im Quartier Central auf dem früheren Derendorfer Güterbahnhof werden 1500 Wohneinheiten gebaut, im Belsenpark 540 Wohneinheiten. Ebenfalls im Linksrheinischen entwickelt Frankonia die Heinrich-Heine-Gärten, auf vier Hektar entstehen dort Stadtvillen mit 315 Wohneinheiten. Zwischen Grafenberg und Flingern investiert die BCP in das Projekt Grafental; vorgesehen sind 1000 Wohneinheiten. Weitere 1000 werden an der Westfalenstraße in Rath errichtet. "Das ist ein wesentlicher Beitrag, um die Wohnbau-Nachfrage zu decken", so Elbers. Er sieht aber auch Potenziale im Bestand, etwa durch Umwandlung von Büros in Wohnraum.

Industrie Düsseldorf soll weiterhin von Industrie profitieren. Oberbürgermeister Elbers stellte deshalb in München auch den Masterplan Industrie vor, der gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer entwickelt werden soll. Er sieht vor, den industriellen Kern zu sichern und Reserveflächen (derzeit rund 240 Hektar) für Neuansiedlungen und Bestandssicherung zu prüfen.

(RP)