Bauprojekt nahe Südring: Technisches Rathaus soll nach Düsseldorf-Bilk

Bauprojekt nahe Südring : Technisches Rathaus soll nach Bilk

Das Ampel-Bündnis will vor der Wahl noch ein Großprojekt angehen: In einem großen Baugebiet in Bilk sollen Technisches Rathaus, Luisen-Gymnasium und Wohnungen entstehen. Die Grünen wollen auch Platz für Kultur.

Im letzten Jahr vor der Kommunalwahl will das Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP noch ein planerisches Großprojekt auf den Weg bringen. Auf der 10,4 Hektar großen Fläche südlich der Handwerkskammer in Bilk sollen verschiedene Nutzungen vereint werden. Das Investitionsvolumen liegt im dreistelligen Millionenbereich. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung soll in der kommenden Woche einen Planungswettbewerb auf den Weg bringen. Das sind die Details:

Die Fläche Das Areal mit dem Arbeitstitel „Südlich Auf’m Tetelberg“, das an Südring und Völklinger Straße grenzt, befindet sich überwiegend in städtischen Eigentum. Es gibt dort Gartenbaubetriebe, Grabeland, Lager und einen Pferdepensionsbetrieb. Im Norden befindet sich eine Flüchtlingsunterkunft, die bis zum Jahr 2021 genehmigt ist. Attraktiv ist die Lage in der Nähe der Innenstadt und mit guter ÖPNV-Anbindung.

Technisches Rathaus Das sogenannte Technische Rathaus befindet sich derzeit an der Brinckmannstraße und vereint eine Vielzahl von städtischen Ämtern. Eine Prüfung hat ergeben, dass eine Sanierung der Bauten aus den 1970er Jahren nicht mehr wirtschaftlich ist. Im südlichen Teil des Neubaugebiets, also grenzend an den Südring, soll der avisierte Neubau für 1800 Beschäftigte entstehen. Geplant ist ein Bürokomplex nach modernem Standard. Im Gespräch ist auch noch ein Standort an der Moskauer Straße in Oberbilk, die Kämmerei soll aber die Bilker Lösung bevorzugen. Ein Beschluss des Rats steht noch aus.

Luisen-Gymnasium Die Schule soll ihr Gebäude an der Bastionstraße verlassen, die Stadt will die Immobilie in Top-Lage veräußern. Der Neubau soll auf dem westlichen Teil des Areals entlang der Völklinger Straße entstehen. Südlich vom Schulgebäude ist laut der nichtöffentlichen Unterlagen, die unserer Redaktion vorliegen, eine Sporthalle vorgesehen.

Kultur Die Grünen wollen in der frühen Planungsphase noch einen anderen Gedanken einbringen: Sie fordern, dass Raum für Kultur und Kreative eingeplant ist. Hintergrund ist die Raumnot der Freien Szene. Kulturvereine wie das Damenundherren oder die Brause mussten oder müssen ihre Räume verlassen.

Wohnen Auf rund 34.000 Quadratmetern Bauland sollen 400 bis 500 neue Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern entstehen; im Osten an kleinteiligere Wohnbebauung grenzend, im Süden an die geplanten Gewerbe-Bauten an Völklinger Straße und Südring. Letztere werden auch als Lärmschutzriegel für das Wohngebiet dienen. In erster Linie wird es sich um geförderte und preisgedämpfte Wohnungen handeln, weil das Plangebiet überwiegend Eigentum der Stadt ist – ein Ratsbeschluss von 2018 schreibt vor, dass keine städtischen Grundstücke für frei finanziertes Wohnen abgegeben werden. Mittendrin soll es eine fünfzügige Kita geben: Im städtebaulichen Wettbewerb für das Gelände wird gewünscht, dass sie mit Wohnungen überbaut ist.

Fünf Architekturbüros dürfen nach der Vorgabe der Stadt an dem städtebaulichen Wettbewerb teilnehmen, jeweils zusammen mit einem Landschaftsplanungsbüro und möglicherweise einem Verkehrsplaner. Aus Düsseldorf ist die Schuster Architekten GmbH dabei, die anderen kommen aus Berlin, Dortmund und Aachen (2).

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