Immobilienprojekt in Düsseldorf-Gerresheim „Die Passage“ hat Pioniercharakter

Düsseldorf · Die Wogedo hat an der Hagener Straße in Düsseldorf-Gerresheim 187 neue Wohnungen realisiert. Diese sind nicht nur in jeder Hinsicht bezahlbar, sie weisen auch ein innovatives Energiekonzept auf.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach lobte die Fassadenqualität der „Passage“ an der Hagener Straße.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach lobte die Fassadenqualität der „Passage“ an der Hagener Straße.

Foto: Marc Ingel

„Die Passage“ an der Hagener Straße ist für die Wogedo das größte Wohnungsbauprojekt der vergangenen 50 Jahre. Das betonte Andreas Vondran, Vorstand der Genossenschaft, anlässlich der Fertigstellung der 187 neuen Wohnungen in Gerresheim. Man habe die Arbeiten sogar schneller abschließen können als geplant – und das bei einer Kostensteigerung von nur rund fünf Prozent.

„Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit angesichts historisch schlechter Rahmenbedingungen für den Bau“, ergänzte Vondran, dem zudem ein Punkt wichtig ist: Die Wohnungen für die Mitglieder tatsächlich bezahlbar anbieten zu können – inklusive ansprechende Außenanlagen ohne Zäune. Vorstandskollege Dirk Mowinski präzisierte, dass die 67 öffentlich geförderten Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von sieben Euro vermietet werden, die freifinanzierten Wohnungen zu einer Grundmiete von 10,90 Euro pro Quadratmeter.

Damit nicht genug: „Die Passage“ weist ein wahrlich innovatives Energiekonzept auf: Drei Häuser mit insgesamt 23 Wohnungen können sogar vollständig CO2-emissionsfrei betrieben werden. Realisiert wird dies durch den Einsatz von Infrarotheizungen sowie einer Warmwasseraufbereitung durch selbsterzeugten Strom beziehungsweise Strom aus erneuerbaren Energiequellen – also der völlige Verzicht auf Verbrennung von fossilen Ressourcen.

Photovoltaikanlagen auf den Dächern liefern mehr als 50 Prozent der benötigten Jahresenergie an Strom für Wohnungen, Heizungen, Warmwasser und die Allgemeinbereiche wie Aufzüge oder Treppenhäuser. Eine Großbatterie speichert dabei überschüssige Energie für die Nächte. Die Primärenergieeinsparung entspricht gegenüber einer herkömmlichen Energieversorgung rund 276.400 Kilowattstunden im Jahr. Im Ergebnis reduziert sich der jährliche CO2-Ausstoß um 64 Tonnen. Die Tiefgarage weist 117 Stellplätze auf.

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Foto: Christoph Schroeter

Und noch etwas nötigte auch der gekommenen NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach Respekt ab: Die digitale „Zuhause“-Plattform unterstützt dabei, Energie zu sparen. Über ein Display in der Wohnung können Mieter problemlos Einstellungen vornehmen und erhalten alle relevanten Informationen – wie beispielsweise den Wasser- und Wärmeverbrauch – auf einen Blick.

Die Video-Gegensprechanlage mit Kamera dokumentiert zudem Klingeln in Abwesenheit und leitet dies auf Wunsch direkt auf das Smartphone weiter. Ein digitales Zugangssystem ermöglicht einen mühelosen Zutritt zu Gebäude, Tiefgarage und Nebentüren ohne die Notwendigkeit von Schlüsseln. Jalousien können entweder über wiederkehrende Zeitprofile oder direkt über das Smartphone gesteuert werden.

Scharrenbach bescheinigte der Wogedo „Pionierarbeit in NRW, ein Neubau unter elf Euro ist normal eigentlich nicht möglich“. Sie lobte aber auch die Fassadenqualität und überhaupt den Mut, abzureißen und neu zu bauen, wenn eine energetische Sanierung einfach nicht möglich ist.

Den Ball nahm Architekt Stefan Forster gerne auf: „So eine Qualität verwirklichen zu können, ist komplett aus der Zeit gefallen. Wenn ich bei einem Bauherren sonst meinen Wunsch nach Klinker äußere, denkt der sofort an goldene Wasserhähne und erklärt mich für bescheuert.“

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