Projekt in Düsseldorf: Bau der Ackerlofts soll weitergehen

Projekt in Düsseldorf: Bau der Ackerlofts soll weitergehen

Ab Mai hatten Baufirmen Material und Maschinen abgezogen. Neun Monate stand die Baustelle an der Ackerstraße still. Jetzt sollen die ersten Bagger wieder anrücken. Wann genau die Erwerber einziehen können, ist noch nicht klar.

Fast neun Monate hat sich nichts getan auf der Baustelle an der Ackerstraße 144. Fast neun Monate lang war nicht klar, wie es weitergehen soll mit den Ackerlofts, von denen eigentlich schon die ersten im vergangenen Sommer hätten bezogen sein sollen. Nach intensiven Gesprächen, einem Wechsel bei der bauausführenden Firma sowie in der Geschäftsführung bei der Bauherrin Ackerstraße 144 GmbH & Co. KG, die vorher der niederländische Kapitalgeber Rubens Capital Partners innehatte, soll es nun weitergehen. So zumindest sagt es ein Verantwortlicher bei der Beratungsfirma Business Partner aus Hamburg, die sich um die Fortführung des Bauvorhabens gekümmert hat. Ganz zurückgezogen haben soll sich die niederländische Firma aber nicht, wie es heißt. "In jedem Fall sind sich alle Beteiligten einig - Erwerber, Bank, Eigentümer und Investoren - dass es weitergehen soll", sagt der Verantwortliche. Einen genauen Zeitplan will er nicht nennen, "alle sind gebrandmarkte Kinder". Nur so viel sagt er: "Nach Karneval sollen die ersten Bagger wiederkommen."

Anwohner wie Stadtteilpolitiker waren vor allem um den Zustand des Vorderhauses besorgt, das zuletzt einen schlechten Eindruck machte. Sicherungsmaßnahmen soll es gegeben haben, sagt die Hamburger Beratungsfirma, zuletzt noch bei Sturm Friederike, "damit keine losen Teile vom Dach fliegen". Außerdem seien Vorder- wie Hinterhaus winterfest gemacht, Leitungen entwässert und undichte Fenster verschlossen worden. Die HSH Nordbank, die von Beginn an eingebunden war, finanziert das Projekt und wird auch weiterhin an Bord bleiben.

Dass es überhaupt wo weit gekommen ist, das ärgert Harald Schwenk von den Grünen, der in der Bezirksvertretung 2 sitzt, die vor Baubeginn über die notwendigen Befreiungen abgestimmt hat. Ende Januar hatten die Grünen noch eine Anfrage in einer Sitzung gestellt zur Quartiersgarage, deren Zufahrt mit dem Start der Bauarbeiten gesperrt werden musste. Die Grünen wollten wissen, was gegen eine Nutzung der Garage während der fortgesetzten Bauunterbrechung spricht und ob es Ergebnisse aus den Gesprächen zwischen Verwaltung und den aktuell Verfügungsberechtigten der Liegenschaft Ackerstraße 144 gibt? "Eine Antwort haben wir nicht bekommen, die Verwaltung hat dafür angeregt, mit der Objektgesellschaft zu sprechen", sagt Schwenk, für den das ganze Projekt "Kapitalismus Live" ist. "Plötzlich ist keiner mehr zuständig, und jeder versucht sich zu retten", sagt der Grünen-Politiker, der den Baustopp für die städtebauliche Wirkung als "unzufriedenstellend" empfindet.

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Eine andere Wahl als 2015 grünes Licht zu gegeben, hätte die Bezirksvertretung aber nicht gehabt. "Wir können nur sachbezogen entscheiden, sehen weder das Geschäftsmodell dahinter noch die Finanzierung", sagt Harald Schwenk. Die BV sei nur Teil eines komplexen Baugenehmigungsverfahrens, gleichzeitig aber der erste Ansprechpartner für die Anwohner im Viertel.

Viel Unruhe hatte es rund um die Ackerlofts gegeben, eigentlich schon vor Beginn der Arbeiten im September 2015. Altmieter warfen dem Investor vor, er wollte sie rausekeln. Später soll es Probleme mit der Feuerwehrzufahrt gegeben haben, die Eigentümergemeinschaft des Nachbargrundstücks wurde im Sommer 2017 angeschrieben, ob die Zufahrt für Rettungskräfte nicht über den Netto-Parkplatz erfolgen könnte. Das aber lehnte die Eigentümergemeinschaft ab, weil Lieferverkehr und Parken dann nicht mehr möglich gewesen wären. Schließlich seien über Monate keine Gelder mehr gezahlt worden, weshalb Subunternehmer Maschinen und Gerüste abbauten.

(RP)