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Düsseldorf: Bastion vorerst probeweise sperren

Düsseldorf : Bastion vorerst probeweise sperren

Die Verwaltung soll nach einem Jahr einen Erfahrungsbericht abgeben.

Es sind nicht nur die Anwohner, die unter den Auswüchsen nächtlicher Besuchergruppen am Alten Hafen leiden. Auch am Hetjens-Museum kommt es durch diese randalierenden Gruppen regelmäßig zu massiven Beschädigungen. Das wurde gestern bei der Sitzung der Bezirksvertretung 1 bekannt, wo Michael Pfaff vom Bauaufsichtsamt erläuterte, warum die Verwaltung die nächtliche Sperrung des Innenhofes befürwortet.

Wie Friederike Mikoleit vom CDU-Ortsverband Altstadt berichtete, würden in regelmäßiger Abfolge die Fensterscheiben des Museums von diesen Gruppen eingeworfen. Zahlreiche kaputte Flaschen auf den Gehwegen seien eine weitere Hinterlassenschaft der meist sehr jugendlichen Altstadtbesucher. "Die Störungen sind somit nicht nur eine Sache der Anwohner, sondern verursachen eine Menge Kosten auch für die Allgemeinheit", betonte Mikoleit.

Während sich CDU und FDP für die Sperrung aussprachen — die Bezirksvertretung wird in der Sache nur angehört — lehnen SPD und Grüne diese ab. Die Grünen befürchten die Tendenz einer "gated community", also abgesperrter Bezirke für Vermögende. Und SPD-Fraktionssprecher Philipp Tacer argwöhnte, die Stadt wolle so den Immobilienwert des Alten Hafens steigern, schließlich stünde das benachbarte alte Hauptamt zum Verkauf. Horst Gieseler (SPD) bezweifelte zudem, dass es überhaupt gelingen werde, die Gruppen zur "Sperrstunde" vom Gelände zu bekommen. Die Anwohner kündigten an, einen professionellen Sicherheitsdienst zu engagieren. Die BV 1 schlug schließlich eine versuchsweise Sperrung für ein Jahr vor. Danach soll die Verwaltung berichten.

(cz)