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Quartiersgaragen in Oberkassel: Barbarossaplatz: Bau dauert länger

Quartiersgaragen in Oberkassel : Barbarossaplatz: Bau dauert länger

Die Tiefgarage am Barbarossaplatz wird noch länger auf sich warten lassen, als zuletzt angekündigt worden war. Bauträger IDR (Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz, eine städtische Tochtergesellschaft) bestätigte jetzt, dass man nicht damit rechne, vor dem Jahreswechsel 2011/2012 fertig zu sein.

Seit Tagen schon wird im Zentrum Oberkassels gearbeitet, Leitungen müssen umgelegt werden. Aber die eigentlichen Bauarbeiten haben noch nicht begonnen. Erst im Sommer wird es losgehen. Und neun Monate mehr brauchen als geplant, weil man nach einem geänderten Verfahren arbeitet.

IDR-Chef Heinrich Pröpper: "Vielleicht schaffen wir es Ende 2011, möglicherweise aber auch erst Anfang 2012." Es gab einmal Pläne, wonach die Garage schon 2009 hätte fertig sein sollen, aber das ist lange her. In der Zwischenzeit gab es viel Hickhack um dieses Projekt, das dem notorisch knappen Parkplatz-Angebot Oberkassels Entlastung schaffen soll.

Der Grund für die erneute Verzögerung: Die Ingenieure der IDR haben ein neues Bauverfahren ausgetüftelt, das erheblich länger dauert als das bisher angedachte. Das taten sie, weil diese veränderte Technik den gesamten Bau unabhängig macht von der Zustimmung eines Nachbarn. Mit diesem Nachbarn verhandelt man seit langem über bestimmte Baulasten, die Gespräche laufen aber offenbar nicht so, wie IDR sich das vorstellt.

Jetzt ohne Bodenanker

Der Eigentümer des Gebäudes, in dem die Sparkasse, die Polizei und die Bezirksvertretung untergebracht sind, muss zustimmen, dass unter seinem Haus so genannte Bodenanker versenkt werden.

Diese langen Stahlstangen werden in den Boden gebohrt und verzahnen sich im Erdreich. Ihre Aufgabe: Sie geben den Seitenwänden der Tiefgarage Stabilität und neutralisieren den Druck, der von außen auf diesen Wänden lastet. Das jedoch braucht man nur während der Bauzeit, in der die Tiefgarage noch keinen Deckel hat. Danach sind diese Anker nicht mehr notwendig. Weil man sich aber nicht einig werden konnte, wie viel der Nachbar für diese Anker kassieren durfte, geht man nun auf ein anderes Verfahren. Für solche Baulasten zu zahlen ist übrigens üblich.

Das neue Verfahren verschafft der Bau-Grube nun durch eine innere Versteifung die nötige Stabilität: Man baut, zumindest in Teilen, die später benötigten Zwischendecken ein und entlastet damit die Außenwände. Das jedoch ist viel zeitaufwändiger — IDR rechnet mit neun Monaten weiterer Bauzeit.

Nach derzeitiger Planung wird der Bau wie folgt laufen: Bis zum Spätsommer/Herbst werden die derzeit laufenden Vorbereitungen fertig sein. Dann soll der eigentliche Bau der Tiefgarage beginnen. Und Ende 2011/Anfang 2012 fertig sein. Was derzeit auf dem Barbarossaplatz abläuft, sind lediglich Arbeiten an umzulegenden Versorgungsleitungen.

In den nächsten Tagen werden auf dem Platz auch einige Bäume verschwinden, bei der zuständigen Behörde wurde die Genehmigung geholt, die zehn Bäume — Linden, Rosskastanie, Weißdorn — neben der vorhandenen Wiese zu fällen. Nicht betroffen sind die Bäume unmittelbar an der Kirche und auf der anderen Seite des Barbarossaplatzes, also jenseits der Drakestraße. Später wird man eine Reihe von Bäumen entlang der Luegallee neu anpflanzen.

Das Volumen der Tiefgarage wird realisiert wie geplant. Wenn sie fertig ist, wird sie rund 400 Abstellplätze anbieten. Sie werden als Dauerplätze vermietet (nach verschiedenen Nutzungszeiten tagsüber, nachts oder beides), außerdem wird es Flächen für Besucher des Stadtteils geben, die die Tiefgarage nur stundenweise nutzen wollen.

(RP)