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Düsseldorf: Bankautomat klemmt Hand ein

Düsseldorf : Bankautomat klemmt Hand ein

Zeugen berichteten gestern im Gericht von einem Guillotine-Effekt

Wie eine "Guillotine" sei die Klappe am Geldausgabefach auf ihre Hand gesaust, als sie die letzten von insgesamt 30 Fünfzig-Euro-Scheinen, die sie gerade abgehoben hatte, an sich nehmen wollte, sagte gestern eine Zeugin vor einer Zivilkammer des Landgerichts.

Dort war die Krankenschwester geladen, weil sie das Schockerlebnis, bei dem ihr Mittelfinger "skalpiert" worden war, am selben Automaten der Targobank-Filiale in Castrop-Rauxel hatte, wie ein 63-Jähriger, der das Düsseldorfer Geldinstitut deshalb bereits im Dezember auf Schadenersatz verklagte. Er hatte dort 600 Euro abgehoben, doch als er die Scheine aus dem Ausgabefach nehmen wollte, habe sich die Klappe geschlossen, und ihm den Mittelfinger gebrochen.

Bei der Krankenschwester hatte der Automat die oberste Hautschicht vom Finger abgezwickt. Sie habe vorher nie Probleme an dem Automaten gehabt, den sie sei Jahren nutze. Allerdings habe sie an diesem Tag zum ersten Mal so viel Geld, nämlich 1500 Euro, abgehoben. Der Banknoten-Stapel sei recht dick gewesen, sie habe nicht mit einem Griff alle Scheine nehmen können, sondern "zwei bis drei Mal nachgreifen" müssen. Beim letzten Griff habe sich die Klappe geschlossen und ihre Hand eingeklemmt.

Eine weitere Zeugin hatte sich gemeldet, als sie vom Missgeschick des Klägers in der Zeitung las. Sie habe selbst vorm Bankschalter in der Schlange gestanden, als sie vom Geldautomaten ein "erschreckendes Geräusch" vernommen habe. "Normalerweise gucke ich nicht zu, wenn jemand am Automaten Geld holt", versicherte die Zeugin, doch bei diesem Geräusch, das "klang wie ein Fallbeil", habe sie sich umgedreht und den 63-Jährigen gesehen, der mit blutendem Finger am Automaten stand. Sie habe dann das Bankpersonal zu Hilfe geholt.

Die Bank hatte zuvor erklärt, mit dem Automaten habe es nie Probleme gegeben, weil aber Videoaufzeichnungen vom Tag des Vorfalls gelöscht worden seien, hat Richter Joachim Matz kürzlich einen Ausflug ins Ruhrgebiet genutzt, um den fraglichen Automaten selbst zu testen. Sein Fazit: "Fast unmöglich, da einen Finger hineinzukriegen." Über die Klage des Eisdielenbetreibers will er am 6. Mai entscheiden.

(sg)