Ehemaliges Gefängnis: Bald Wohnungen in Ulmer Höh?

Ehemaliges Gefängnis : Bald Wohnungen in Ulmer Höh?

Die Politik ist sich einig: Im Ex-Knast sollen Wohnungen entstehen. Davon werden aber nur bis zu zehn Prozent preiswerter Wohnraum sein. Grüne und SPD fordern deutlich mehr. Es gibt Streit um möglichst autofreie Zonen.

Einig ist man sich bei CDU, SPD, Grünen und FDP darüber, dass nach der Umgestaltung der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh? viele Wohnungen dort entstehen. Und auch über die grundsätzliche Absicht, dort sozial geförderten Wohnungsbau zu unterstützen, gibt es Übereinkunft. Darüber hinaus gibt es aber erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, wie viele Sozialwohnungen dort gebaut werden sollen und wie das gesamte Areal entwickelt werden soll. SPD und Grüne wollen bis zu 30 Prozent Sozialwohnungen, die CDU belässt es bei maximal zehn. Eine völlig autofreie Zone in dem zu entwickelnden Areal soll es ebenfalls nicht geben, sagen CDU und FDP. Mit ihren Stimmen lehnte gestern der Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung solch höhere Quoten und eine generelle Autofreiheit ab.

Die Stadt wird ein Gutachterverfahren für die Ulmer Höh? in Gang setzen. Sechs Architektenbüros sollen Pläne und Konzepte entwickeln, die im Juli erstmals vorgestellt werden. Im Oktober soll es dann eine Entscheidung für einen Entwurf geben. Zudem gibt es drei Termine für Bürgerbeteiligungen über die Monate. Die müssten alle Wünsche und Vorschläge der Menschen berücksichtigen und dürften nicht zu kurz angesetzt sein, mahnten SPD, Grüne sowie der Seniorenrat. Die CDU dringt ebenfalls auf Bürgerbeteiligung, will aber klare Grenzen ziehen. Es gebe in Derendorf ohnehin wenig Parkplätze, deshalb führe es ins Chaos, wenn dort eine autofreie Zone entwickelt würde, sagte CDU-Sprecher Rainer Kretschmann. Grünen-Sprecher Marcus Voelker erinnerte an eine Tiefgarage. Rainer Matheisen von der FDP verwies dessen Hinweise ins "Land der Träumereien". Die Mobilität verschiedener Bevölkerungs- und Altersgruppen gebiete die Erreichbarkeit mit Autos.

Der Seniorenbeirat meldet sich beim Thema Umbau der Ulmer Höh? ebenfalls deutlich zu Wort. Marlene Utke stellte ein neues so genanntes Namensregister vor, welches der Beirat am 25. Mai, 15 bis 17 Uhr, in der Zions-Kirchengemeinde an der Ulmenstraße vorstellen wird. Der Sinn: Alte Derendorfer, die in ihrem Stadtteil wohnen bleiben möchten, sich aber räumlich verändern möchten oder auch müssen, könnten so erste Ansprechpartner für neue Wohnungen in der Ulmer Höh? werden.

Obwohl die SPD gestern im Ausschuss gemeinsam mit den Grünen eine Steigerung der Sozialwohnungsquote nicht schaffte, stimmte sie mit CDU und FDP grundsätzlich für die Umbau-Pläne. Die Grünen waren unversöhnlicher: Sie stimmten den Plänen nicht zu.

(url/jco)
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