Telekommunikation: Bald kommt die erste Altbier-App

Telekommunikation: Bald kommt die erste Altbier-App

Düsseldorf ist ein Zentrum der Telekommunikationsbranche. Die meisten Jobs der Branche sind am Rhein beheimatet. Zudem entstehen Firmen, die Applikationen entwickeln. Eine Düsseldorfer Firma hat in nur einem Jahr fast 800 kreiert. Zur Alt-App gibt's auch einen Deckelrechner.

Mit den Zentralen von E-plus und Vodafone Deutschland ist Düsseldorf seit vielen Jahren eine Schaltstelle für den deutschen Mobilfunk. Im Schatten der großen Konzerne erwachsen aber immer mehr kleine Entwicklungs-, Forschungs- und Verkaufsunternehmen. Der neue Markt: die so genannten Applications (App), die auf Smartphones und Tablets zu finden sind.

In Düsseldorf gibt es seit einem Jahr "appseleration", ein Unternehmen mit fast 30 Mitarbeitern, die rund 800 Apps entwickelt hat. Bayer Leverkusen, 1.FC Köln, Aldi als auch der arabische TV-Sender Aljazeera haben ihre kleinen Hilfen in Düsseldorf entwickeln lassen. Und es werden immer mehr. Schon im ersten Jahr hat das die junge Heerdter Firma sieben Millionen Euro Umsatz erzielt. "Im nächsten Jahr wollen wir den aber kräftig steigern", sagt Verkaufschef Oliver Büscher.

Insgesamt haben sich mehr als 1500 Firmen aus den Branchen der Informations- und Kommunikationstechnik in Düsseldorf angesiedelt. Über 50 Prozent des Handy-Absatzes in Deutschland werden aus der Region Düsseldorf gesteuert, mehr als die Hälfte aller deutschen Mobilfunk-SIM-Karten stammen aus Düsseldorf, und: Düsseldorf ist in Deutschland die Stadt mit den meisten Arbeitsplätzen in der Mobilfunkbranche. Zahlen, an denen sich die Stadtoberen gern begeistern.

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Doch vor allem die kleinen Firmen begründen den Stellenwert der Landeshauptstadt als Telekommunikationshochburg. Appseleration ist so eine kleine Denk-Schmiede. Früher eine Abteilung von Vodafone, hat Gründer Ralf Lauterbach 2008 die Mitarbeiter in die Firma appseleration übernommen. Und hat seitdem riesigen Erfolg.

Die Kunden-Zielgruppe des mittlerweile 30-köpfigen Teams sind kleine und mittelständische Unternehmen. Und die haben meist kaum eine Vorstellung davon, was in eine App so alles reingehört und passt. Am 1.September will appseleration erste App-Module vorstellen, aus denen sich kleinere Unternehmen günstige, aber individualisierte Apps bauen können. "App-Grundgerüste, die eine qualitativ hochwertige App auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv und erschwinglich macht", so Büscher. Der Preis: unter 10 000 Euro.

Pünktlich zum September wird auch die erste Altbier-App auf den Markt kommen. Dort gibt's alles zum Alt - inklusive eines Deckelrechners. Die Spannbreite der Applikationen, die das Unternehmen an der Prinzenallee entwickelt, reicht von der Wetter- bis zum Alkoholtest-Apps. "Fun-Apps" nennt Büscher solche Programme. Doch der Nutzwert steht immer stärker im Vordergrund. Beispiel: Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer App, die schnelle Entscheidungen von Führungskräften unterstützt. "In der Firma arbeiten rund 1000 Leute, die Dinge entscheiden, unterschreiben, beraten oder diskutieren müssen", sagt Büscher. Deren Abstimmung kann dauern, mit der neuen App können die Entscheider direkt und sofort per Smartphone kommunizieren - und entscheiden.

(RP)
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