Düsseldorf: Bald drei Türme am Mörsenbroicher Ei

Düsseldorf : Bald drei Türme am Mörsenbroicher Ei

Das Arag-Hochhaus ist bekannt, aber in einigen Jahren sollen in direkter Nachbarschaft zwei weitere Hochhäuser entstehen. Eines ist sogar als Wohnbau geplant. Insgesamt könnten fast 1000 neue Wohnungen entstehen.

Gleich drei Hochhäuser, die mehr als 100 Meter hoch sind: Die nördliche Stadteinfahrt am Mörsenbroicher Ei wird in den kommenden Jahren spektakulärer - wenn die dort aktiven Investoren bei der Vorvermietung Erfolg haben und den Baustart wagen. Die Idee selbst, dort neben dem Arag-Tower - mit 125 Metern das höchste Haus der Stadt - zwei weitere Hochbauten unterzubringen, ist einige Jahre alt, von der Stadt kommuniziert und im Rahmen von Wettbewerben umgesetzt worden. Jetzt aber werden die Pläne konkret.

In dieser Woche kündigte die Berliner CC Gruppe an, im Sommer des kommenden Jahres mit dem Bau des 120 Meter hohen "UpperNord Tower" an der Mercedesstraße 2 beginnen zu wollen. Es handelt sich dabei um die Verwirklichung des Projektes, das lange Zeit unter dem Titel "Fishman-Tower" als Bürohaus geplant und immer wieder verschoben wurde. Nun soll der Entwurf des Architekturbüros Sauerbruch/Hutton für ein Investitionsvolumen von rund 132 Millionen Euro verwirklicht werden. Entstehen werden dabei insgesamt 390 Wohneinheiten in 33 Geschossen, die zum Wohnkonzept "Vertical Village" des Unternehmens gehören.

Die Idee dabei: Es entstehen etwa 40 bis 60 Quadratmeter große Appartements, die dann für kurze Zeiträume ab sechs Monaten - teilweise oder komplett möbliert - gemietet werden und sogar online gebucht werden können. Die Mieten liegen bei rund 17 Euro je Quadratmeter, also spürbar über den ortsüblichen Mieten. "Allerdings liegen die Nebenkosten wegen der besonderen Steuerung auch niedriger", betont eine Sprecherin. Im Gebäude entstehen zusätzlich auch Büroräume, ein Hotel, ein Fitnessstudio sowie eine Skybar.

Unproblematisch ist die Umnutzung des geplanten Gebäudes in Richtung Wohnen nicht. Der städtische Planungsdezernent Gregor Bonin weist darauf hin, dass für diesen Fall neues Baurecht geschaffen werden muss. Auch die Fassade des Hochhauses werde anders ausfallen, weil die Anforderungen dann andere sind.

105 Meter hoch soll der "Sky-View" werden, ein Hochhaus, hinter dem ein Berliner Entwickler mit der Projektgesellschaft Balthazar Mercedesstraße GmbH steht. In der obersten Etage soll eine Bar untergebracht werden. Den Ausblick kennen die Planer bereits: Sie haben an der Stelle, an der das Hochhaus gebaut werden soll, eine Drohne in die Luft steigen und ein Panorama-Foto schießen lassen, das auch den Blick zum Arag-Haus beinhaltet - die urbane Atmosphäre, die sich einstellt, wird deutlich.

Wolfgang Kleiner, der für den Investor das Projekt steuert, plant in den Nebengebäuden 480 Wohnungen, davon könnten 200 nur an Studenten vermittelt werden. Das Handlungskonzept Wohnen mit 20 Prozent gefördertem und 20 Prozent preisgedämpftem Wohnraum wird eingehalten. Die Gesamtkosten liegen bei 260 Millionen Euro. Baustart soll für den Sky-View 2015 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2017/Anfang 2018 angepeilt. Die Verhandlungen mit möglichen Nutzern stehen um die Jahreswende vor dem Abschluss.

Kommen bei den beiden Großprojekten bereits 860 neue Wohnungen zusammen, sind es weitere 70 nur einen Steinwurf entfernt bei einem Vorhaben, das die Bayrische Hausbau entwickelt hat. Im Quartier D3 an der Mercedesstraße 1-3 soll es 8100 Quadratmeter Büros in einem sieben- bis zehnstöckigen Gebäude geben, ein Hotel mit 170 Zimmern in einem elfstöckigen Haus, zudem jedoch in einem zwölfgeschossigen Turm 70 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen für Familien, Paare und Singles. Zum Plan gehört auch die Schaffung eines 5000 Quadratmeter großen öffentlichen Stadtplatzes, den der Investor mit der Stadt und den anderen Anliegern entwirft.

Am verkehrsumtosten Mörsenbroicher Ei entsteht unter dem Strich also ein neues Quartier, wie man es lange nicht für möglich gehalten hätte. Spannend wird sein, ob die moderne Gestaltung die Belastungen des Standortes aufwiegt.

(RP)
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